Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V.
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Hilfsgütertransport im September 2003
Hilfsgütertransport nach Rumänien vom 09.09.03 - 19.09.03 ausführlicher Bericht von Susanne Knappe
Dienstag, 09.09.03 Nun ging es endlich los. Monate der Vorbereitung lagen hinter uns. Die drei Busse waren vollgeladen bis oben hin. Über 2.000,00 Euro an Spendengeldern (gespendet von der Sparkasse Wernigerode, den Stadtwerken Wernigerode, Firma Rautenbach, gesammelt durch die Kirchen Derenburg und Ilsenburg) sowie drei kostenlose Tankfüllungen in der Radsatzfabrik Ilsenburg standen uns zur Verfügung. Ein großer Teil der Lebensmittelspenden kam aus einer Sammlung an der Grundschule in Ilsenburg sowie durch die Paten unseres Patenprojektes. Außerdem hatten wir 230 kg Medikamente von Pharma Wernigerode. Einerseits waren wir froh, nun endlich losfahren zu können, andererseits hatten wir auch ein wenig Angst, was uns erwarten würde. Meine Schwester Jenny und ich fuhren mit einem Fiat Ducato, kostenlos zur Verfügung gestellt vom Autohaus Fiat in Drübeck. Das war schon mal das erste Problem. Weder sie noch ich waren jemals mit einem solchen Mini-LKW gefahren, und schon gar nicht mit voller Ladung. Nach ca. 600 km hatten wir die Sache einigermaßen im Griff. Unser größtes Problem bestand darin, hinter Flipper zu bleiben, der mit einem Bus des DRK Wernigerode fuhr und anscheinend meinte, dass jeder solch einen Kamikaze-Stil fahren muss wie er. Hinter uns fuhren Karin und Klaus Tröger mit Flippers privaten Bus. Bis Österreich ging es ziemlich schnell. Dort fuhren Jenny und ich falsch ab und wir hatten die anderen erst einmal verloren. Mit unserem Handy kamen wir nicht ganz zurecht und warteten, bis die anderen uns anriefen. Etwa eine Stunde später trafen wir sie dann auf der Autobahn wieder. Gegen 17:30 Uhr waren wir kurz vor Wien. Flipper sagte, dass wir nun ganz dicht hinter ihm bleiben müssen, da es nur eine Abfahrt Richtung Ungarn gibt, die wir auf keinen Fall verpassen durften. In Wien war Rush-Hour und wir fuhren mitten durch. Auf der Autobahn war Auto an Auto. Bei einem Spurwechsel gab es nur eins: Blinken und reindrängeln. Unser größtes Problem war, dass sich niemand zwischen uns und Flipper drängelte. Die Autofahrer verstanden unser energisches Kopfschütteln und suchten sich eine andere Lücke. Irgendwo bei Budapest verloren wir Familie Tröger. Es war nun schon dunkel und es wurde immer schwieriger, die Busse zu erkennen. Trögers hatten eine Abfahrt verpasst, dank Handy fanden wir uns in einem kleinen Ort hinter Budapest wieder. Inzwischen war es Mitternacht. Wir waren seit 19 Stunden unterwegs und hatten über 1.100 km geschafft. Wir fühlten uns aber alle noch recht fit und beschlossen, dass es besser ist, den rumänischen Zoll bei Nacht zu überqueren. Wahrscheinlich hätten wir da auch keine Probleme gehabt, wenn Flipper nicht ein Papier (eine Schenkungsurkunde des Jugendnetzwerkes Wernigerode) vergessen hätte. So mussten wir bis zum nächsten Morgen warten, bis das entsprechende Schreiben per Fax eintraf. Aber wahrscheinlich wären wir auch so nicht weiter gefahren. Wir waren inzwischen 24 Stunden auf den Beinen, und so sahen wir auch aus. Jenny, Familie Tröger und ich quartierten uns in einem kleinen Hotel an der Grenze ein. Die anderen schliefen im Bus. (Wir hatten noch vier Rumäninnen an Bord, die während der Ferien in Deutschland gewesen sind bzw. dort ein Praktikum absolviert hatten.) Dass die Mädchen mit waren war unser Glück, denn sonst wäre es am rumänischen Zoll sicher zu argen Verständigungsschwierigkeiten gekommen. Julia und Andreea führten sämtliche Verhandlungen. Wir brauchten immer nur daneben stehen und lächeln. Am nächsten Morgen war das Fax da. Uns wurde erklärt, es gäbe eine Möglichkeit, wie wir um die Kontrolle der Ladung herum kommen. Die Möglichkeit bestand in der Zahlung von 10,00 Euro. (Das war für uns sehr wichtig, da die Einfuhr von Medikamenten, gebrauchten Schuhen, Kleidung für Kleinkinder und Lebensmitteln verboten ist. Diese Sachen werden jedoch dringendst gebraucht. Der größte Teil unserer Ladung bestand daraus.) Wir hatten vorher festgelegt, dass die Höchstgrenze für Schmiergeld 300,00 Euro beträgt. Gut, das der Zollbeamte das nicht wusste. Wir zeigten uns noch mit Kaffee und Süßigkeiten erkenntlich und konnten unsere Fahrt in Ruhe fortsetzen. Wir tauschten an der Grenze etwas Geld ein, um zu tanken. Für einen Euro bekamen wir 34.000 Ley. Da standen wir nun mit einem ganzen Bündel Geldscheinen und ich war froh, dass Andreea nachzählte. Wir tankten mal locker-flockig für 3.400.000 (100 Euro) und fuhren nun durch Rumänien. Wir hatten schon in Ungarn gemerkt, dass die Autofahrer etwas riskanter überholten. Der Fahrstil der Rumänen allerdings war jenseits von gut und böse. Auch wenn man nichts sah, setzten LKW`s und Linienbusse zum Überholen an. Wir machten da lieber nicht mit, denn wir hängen an unserem Leben. Für uns war es ohnehin schwierig genug, den vollbeladenen Bus quer durch die Karpaten zu steuern. Nach acht Stunden (für 300 km) auf rumänischer Landstraße kamen wir in Sibiu (Herrmannstadt) an. Von da ist es nur noch ein Katzensprung bis Cisnadie (Heltau), der Partnerstadt von Wernigerode. Jenny und ich wohnten bei Andreea, Flipper und Trögers bei Julia in einem Dorf namens Sadu ganz in der Nähe. Wir wurden superherzlich aufgenommen, es gab ein herrliches Essen und wir wollten danach nur noch eins: Schlafen!!
Donnerstag, 11.09.03 Nachdem wir uns alle erst einmal ordentlich ausgeschlafen hatten, fuhren wir zum Zollamt nach Sibiu. Hier mussten die Zollpapiere noch einmal bearbeitet werden. Vorher luden wir aus den Autos alles aus, was eigentlich nicht erlaubt war. Somit blieb nur die Kleidung in den Bussen. Zum Glück kannte Julias Mutter (Elena) eine der Zollbeamtinnen. Damit die Bearbeitung nicht zu lange dauerte, nahmen wir ein Tüte mit Schulmaterialien und Kosmetikartikeln mit. Und tatsächlich: nach nur drei Stunden und der Zahlung von 1.000.000 Ley (ca. 30 Euro) konnten wir das Zollamt mit Papieren wieder verlassen. *** Wir beschlossen, erst einmal nach Tornu Rosu zu fahren. Dort angekommen, wurden wir von den Kindern sofort umringt. Flipper, Andreea und Julia kannten sie ja schon. Aber sie fingen auch sofort an, uns zu umarmen und anzufassen. Wir trafen auf zwei Erzieherinnen, die uns nicht gerade freundlich ansahen. Julia und Andreea hatten wegen dem Kinderfest schon im August mit der Direktorin gesprochen, die Erzieherinnen wollten sich dazu jedoch nicht äußern. Sie erklärten uns, dass wir am nächsten Morgen wieder kommen sollten, da dann die Direktorin wieder da wäre. Die Kinder fragten nach Bonbons und Geschenken. Leider hatten wir nicht daran gedacht, etwas zusammen zu packen. Darüber ärgerten wir uns noch Tage später. Wir versprachen ihnen jedoch, in den nächsten Tagen etwas mitzubringen. Wir fuhren mit einem etwas unguten Gefühl, denn im Heim schien man unsere Idee mit dem Kinderfest nicht so toll zu finden. *** Nachdem wir Abendbrot gegessen hatten (ja, es war schon wieder Abend, die Zeit verging wie im Flug) fuhren wir zu Jenny Czenter, die von allen "Tante Jenny" genannt wird. Jenny Czenter leitet in Ciesnadie eine Bank und ist Vorsitzende eines Hilfevereins in Ciesnadie, der mit deutscher Hilfe versucht, arme Familien zu unterstützen. Sie war es auch, die uns alle entsprechenden Papiere für den Zoll besorgt hatte, ohne die wir in Rumänien gar nicht rein gekommen wären. Der Verein besteht seit 10 Jahren und hat bisher vor allen Dingen Hilfe aus Vilzhofen (Bayern) bekommen. Nun saßen wir also bei ihr und sie erläuterte uns, wie sie bisher die Hilfen von Vilzhofen (Kleidung und Geld) verteilt hatte. Sie besaß Listen von allen besonders armen Familien in Ciesnadie und Sevis. In den Listen waren sowohl die Familienstruktur als auch ein Situationsbericht zu Art und Höhe der Einkommen vermerkt. Es handelte sich um ca. 250 Familien. Langsam, aber sicher, wurde uns klar, dass die Verteilung, so wie wir uns das vorgestellt hatten, nicht durchzuführen war. Auch unsere Sortierung war vollkommen unbrauchbar. Das brachte meine Schwester Jenny fasst an den Rand ihrer Nerven. Wochenlang hatten wir sortiert und alles etliche Male hin und her geschleppt, gefahren und eingelagert. Und nun sollte das alles umsonst gewesen sein? Wir verstanden jedoch, dass wir mit unserem Verfahren nur sehr wenige Familien erreicht hätten und das das für die anderen sehr ungerecht geworden wäre. Wir verständigten uns also darauf, am nächsten Tag alles noch einmal zu sortieren. Zum Glück waren wir genug Helfer, so dass die Sache wahrscheinlich an einem Tag geschafft sein konnte. Außerdem beschlossen wir, 750 Euro des Spendengeldes für den Zukauf von Grundnahrungsmitteln zu verwenden.
Freitag, 12.09.03 Am Morgen fuhren wir erst einmal wieder ins Kinderheim nach Tornu Rosu. Auf dem Weg dorthin kauften wir in einem Supermarkt, der sich von einem deutschen Supermarkt in nichts unterschied, Süßigkeiten ein. Auf der Fahrt packten wir im Auto noch schnell eine Tüte für jedes Kind mit Schokolade, Keksen und Bonbons. Die Kinder umarmten uns wieder sofort. Nun war auch die Direktorin da und ein Verwaltungschef aus dem "Amt für für Schutz und Kinderrechte" in Sibiu, welches für das Kinderheim verantwortlich ist. Die Direktorin war sehr nett, der Verwaltungsamtschef war uns von Anfang an unsympathisch. Die Verhandlungen führten wieder Andreea und Julia. Wir verstanden kein Wort und taten das einzige, was möglich war: freundlich gucken und lächeln. Die beiden Mädchen erklärten, dass wir ein Kinderfest durchführen wollen, zu dem auch ein Essen gehören sollte. Der Verwaltungsamtschef erklärte, dass die Kinder alles hätten, war aber doch einverstanden, dass wir für das Essen einkauften. Wir sollten jedoch bei den Lieferanten des Kinderheims einkaufen. Das passte uns nicht ganz, da wir vermuteten, dass da noch andere daran mitverdienen. Schließlich war doch alles egal, und wir sollten die Sachen für das Essen nur pünktlich bringen. Er begann, eine Liste zu schreiben, was wir einkaufen sollten. Es war uns gleich ein wenig suspekt, wozu wir für ein Essen für ca. 125 Kinder 12 Liter Öl und zusätzlich 150 kg Auberginen einkaufen sollten. Aber wir sagten erst einmal nichts. Den Termin für das Kinderfest legten wir für Dienstag, den 16.09. fest. Wir hofften, dass bis dahin auch das Wetter schöner werden würde, denn seit wir in Rumänien waren, regnete es ohne Pause. Der einzige Streitpunkt waren die Fotos, die wir beim Kinderfest machen wollten. Es wurde uns gesagt, dass bei Übertreten des Fotoverbots sofort alle unsere Aktivitäten beendet würden, und wir nicht wiederkommen dürften. Wir sagten zu, uns daran zu halten, obwohl wir den Sinn nicht im geringsten einsahen. Außerdem erhielten wir noch die Auflage, vor Beginn des Festes (also am Montag) noch eine Genehmigung beim "Amt für Schutz und Kinderrechte" einzuholen. Zum Schluss teilten wir im Speiseraum die Süßigkeiten aus, zum Dank sangen uns die Kinder etwas vor. Einige zogen es jedoch vor, lieber gleich zu essen. Wir konnten das gut verstehen. Bei der rumänischen Nationalhymne jedoch sangen alle voller Inbrunst mit. Nachmittags begannen wir damit, die Kleidung zu sortieren. Da wir manche Sachen nun schon zum dritten mal in der Hand hatten, erkannten wir sie teilweise sogar wieder. Das Sortieren dauerte bis zum Abend. Jenny Czenter kam erst spät von der Arbeit und freute sich sehr, als sie sah, was wir alles mitgebracht hatten. Erstaunt war sie besonders über den riesigen Berg Bettwäsche und auch die vielen Jacken und Schuhe.
Samstag, 13.09.03 An diesem Morgen fuhren wir mit Tante Jenny in die Metro, um Grundnahrungsmittel einzukaufen. Wir hatten beschlossen, für 200 Portionen einzukaufen. Eine Portion beinhaltete:
1 kg Mehl, 1 kg Zucker, 1 l Öl, 500 g Reis, 500 g Gries,500 g Nudeln und 1 Flasche Brause für die Kinder, eine kleine Tüte Waschpulver.
Eine solche Portion kostete ca. 110.000 Ley (etwa 3 Euro). Je nach Größe und finanzieller Lage bekommen die Familien zwischen ein und drei Portionen. Der Einkauf dauerte fünf Stunden. Danach hatten wir ca. 1 Tonne Lebensmittel an Bord. Damit fuhren wir zu Tante Jenny und begannen damit, für 43 Familien in Sevis Pakete zusammen zu packen. Pro Portion Grundnahrungsmittel legten wir noch eine bestimmte Menge Konserven, Kosmetikartikel und Waschpulver von den in Deutschland gespendeten Sachen dazu. Das Zusammenstellen der Kleidung übernahmen Tante Jenny und eine Frau aus Sevis, die dort alle Familien kannte. Wir waren froh, dass wir da eigentlich nicht helfen konnten, denn sonst hätten wir die Kleidungsstücke zum vierten Mal in der Hand gehabt. Außerdem half beim Zusammenpacken Lucian. Lucian ist 25 Jahre alt und hat selbst acht Jahre im Kinderheim von Tornu Rosu gelebt. Er leidet schwer unter Asthma. Medikamente kann er sich kaum leisten, den seine Berufsunfähigkeitsrente beträgt gerade mal 18 Euro pro Monat. Damit kann man auch in Rumänien eigentlich nicht überleben. Trotz seiner Krankheit studiert er. Nebenbei erstellt er für Tante Jenny die Listen, sie würde das ohne ihn gar nicht schaffen. Er geht in jede Familie und schreibt Situationsberichte. Außerdem aktualisiert er ständig die vorhandenen Listen. Nur durch seine Vorarbeit ist überhaupt eine ordentliche und halbwegs gerechte Verteilung möglich. Mit dem Sortieren der Lebensmittel waren wir gegen 19:00 Uhr fertig. Die Frau aus Sevis, Lucian und Tante Jenny sortierten noch bis abends 22:00 Uhr die Kleidung. Wir beschlossen, am nächsten Morgen nach Sevis zu fahren, um die Sachen zu verteilen. Übrigens hatten wir natürlich auch für jedes Kind in Sevis eine Süssigkeitentüte.
Sonntag, 14.09.03 Alle Säcke (mit Kleidung, Bettwäsche, Handtüchern und Decken) sowie die Lebensmittelpakete waren mit Namen versehen. Wir packten alles in einen Bus und fuhren nach Sevis, eine kleine Siedlung in der Nähe von Ciesnadie. Es regnete in Strömen. Wir fuhren mitten zwischen die Häuser. Sofort kamen von überallher Menschen. Tante Jenny hielt eine kleine Ansprache und erklärte, warum wir da sind und woher wir kommen. Die Frau, die schon beim Sortieren geholfen hatte, war auch wieder da. Flipper filmte und ich fotografierte. Wir kamen uns beide unheimlich bekloppt vor. Da standen die Familien nun im strömenden Regen, warteten geduldig auf ihre Pakete, und wir fingen an, sie zu fotografieren. Wir sagten uns jedoch, dass wir gegenüber den Spendern auch die Verpflichtung haben, zu dokumentieren, wie ihre Spenden verwandt wurden. Die Kinder waren davon vollkommen begeistert und baten immer wieder darum, dass ich ein Foto von ihnen mache. Jede Familie bekam nun die für sie bestimmten Sachen. Jenny und die Frau aus Sevis waren sehr resolut, und so klappte die Verteilung reibungslos. Lucian ließ auf einer Liste jede Familie für den Erhalt der Sachen unterschreiben. Dies braucht Tante Jenny, um auch vor den Mitgliedern ihres Vereins Rechenschaft ablegen zu können. Eins war klar: Ohne die Hilfe von Tante Jenny wären wir verloren gewesen. Wir fassten immer mehr Vertrauen zu ihr. Zum Schluss verteilten wir die Süßigkeiten. *** Wir sahen uns in Sevis noch einige Wohnungen an. Viele waren in einem schlimmen Zustand. Meist wohnten viele Leute auf sehr kleinem Raum zusammen. Durch die Decken regnete es durch. Der Platz in den Wohnungen war so klein, dass immer mindestens drei, vier oder sogar fünf Personen in einem Bett schlafen mussten. Die Türen schlossen nicht richtig und ich denke, es wird im Winter dort sehr kalt sein. In einer Wohnung kochte ein Topf Bohnen auf dem Herd. Das war das einzige Essen, was ich gesehen hatte. Mir wurde erzählt, dass einige schon seit vier Monaten keinen Lohn mehr bekommen hatten. Wir fragten, wovon sie leben. Andreea übersetzte uns, dass sie sich aus dem nahe gelegenen Kuhstall, in dem auch einige arbeiten, Milch klauen. Ich denke, das wird nicht das einzige sein und wer kann es ihnen verdenken. Sollen sie lieber in Anstand verhungern? Schließlich sahen wir uns noch die Grundschule an, die einen recht guten Eindruck machte. Kein Wunder, Tante Jenny hatte mit ihrem eigenen Geld die Reparatur des Daches bezahlt. Sonst hätte es wohl anders ausgesehen. Sie fragte uns, ob wir die Reparatur des Zaunes (also das Material dafür) und etwas Farbe von den Spenden bezahlen könnten. Wir berieten kurz und stimmten zu. Schule ist schließlich wichtig und die Kinder sollen wenigstens einmal am Tag in einer ordentlichen Umgebung sein. Die Lehrerin zeigte uns einen kleinen Raum, der zum Turnen benutzt wird. Sie fragte, ob wir ihr nicht ein paar Matten, Bälle oder ähnliches bringen könnten. Wir versprachen ihr, uns beim nächsten Transport darum zu kümmern. *** Wir verließen Sevis und dachten, wir hätten nun die schlimmen Bedingungen, unter denen die Leute hier leben, gesehen. Wir wussten nicht, was uns an diesem Abend noch erwarten würde. Nachmittags packten wir für zehn weitere Familien Portionen und Kleidung zusammen. Tante Jenny wollte uns zeigen, dass auch in Ciesnadie, und nicht nur in Sevis, Leute leben, die unsere Hilfe dringend brauchen. Also packten wir wieder alles in die Busse und fuhren los. Nur drei Straßen weiter waren wir schon bei der ersten Familie. Das Gebäude war ein ehemaliges Internat. In jedem der kleinen Zimmer wohnt jetzt eine Familie, ohne Strom, Wasser und Gas. Wir gingen über einen Hinterhof und kamen in etwas, was man als Wohnung wirklich nicht bezeichnen konnte. Es sah fast so aus, als kämen wir in einen Stall. Aber da war ein Herd und da standen Tisch und Stühle. Ich sagte nur: "Das kann doch unmöglich die Wohnung sein, Tante Jenny, sag dass das nicht die Wohnung ist." Wir waren vollkommen fassungslos. Hier sollten Menschen wohnen? Es gab nicht einmal Fenster! Wie sollte man hier wohnen, wenn es kälter wurde? Die Familie war sehr dankbar für unsere Hilfe. Sie erzählten uns, dass der Mann seit einigen Tagen Arbeit hat und sie hoffen, bis zum Winter genügend Geld zu haben, um die Fenster zu reparieren. Eins ihrer Kinder kam am nächsten Tag zur Schule, aber sie hatten überhaupt kein Schulmaterial. Tante Jenny sagte ihnen, dass sie sich einen Ranzen mit Heften und Stiften bei ihr abholen können. Wir gingen wieder zum Auto und waren erst einmal wie erschlagen. Ein solches Elend hatten wir nicht vermutet. Und in diesem Gebäude lebten 20 solcher Familien. *** Wir kamen zu einer Familie, die lebte mit vier Kindern auf ganzen 10 qm. Sie hatten vorher jahrelang auf der Straße gewohnt. Der Mann hatte selbst im Kinderheim in Tornu Rosu gelebt. Er hatte seit zwei Wochen Arbeit. Ich fragte, wie alt die Eltern sind. Sie waren beide 31. Ich bin auch 31 und habe vier Kinder. Ich starrte in den Raum und mir wurde da erst so richtig klar: Ich hatte alles und sie hatten gar nichts. Und so ging es weiter. In einer Familie war die Mutter schwer krank. Die 16jährige Tochter arbeitete und versuchte so, die ganze Familie durchzubringen. In manche Wohnungen kamen wir gar nicht hinein, so klein und voller Menschen waren sie. Manchmal stand nur eine Kerze auf dem Tisch. Strom konnte hier schon lange keiner mehr bezahlen. In einem Keller wohnten 11 Personen auf 12 qm.( Ich habe mich hier nicht verschrieben. ) Es war für uns vollkommen unverständlich, wie das gehen sollte. Inmitten dieser Enge wurde ein Kind gebadet. Das zeigte uns, dass auch diese Menschen immer noch versuchen, so gut es geht, Sauberkeit zu halten. Alle erzählten uns bereitwillig ihre Geschichte. Niemand hatte etwas dagegen, wenn ich Fotos machte. Nach der fünften Familie waren meine Schwester und ich mit den Nerven am Ende. Wir standen auf der Straße und weinten. Fassungslos starrte ich in einen modernen Supermarkt. Hier gab es alles und 20 m weiter vegetierten die Menschen vor sich hin. Da standen wir nun mitten in Europa und sahen das Elend, welches wir viel weiter weg vermutet hatten. Wenn man so etwas zu Hause im Fernsehen sieht, kann man einfach abschalten. Aber wir standen hier mittendrin und kamen uns unendlich hilflos vor. Wir gingen nicht mehr in alle Wohnungen mit. Es war einfach unerträglich. Wir konnten an diesem Abend nichts mehr essen. Schon die erste "Wohnung" hatte uns den Magen zugeschnürt. Und ich muss es einfach sagen, wir haben an diesem Abend Alkohol getrunken, um überhaupt schlafen zu können.
Montag, 15.09.03 Der Schock vom Tag zuvor saß noch tief. Selbst Tante Jenny hatte geweint. Wir bewunderten immer mehr Lucian, der täglich wieder zu diesen Familien ging, um ihre Situation zu dokumentieren. Aber wir mussten weiter machen, denn am nächsten Tag stand das Kinderfest auf dem Programm. Flipper fuhr an diesem Tag nach Hause, da er nicht mehr soviel Urlaub hatte. Wir fuhren erst einmal zum "Amt für Schutz und Kinderrechte", um die Genehmigung für das Kinderfest zu holen. Wir hatten ein kleines Programm geschrieben. So richtig wollte das aber gar keiner sehen, sondern es ging um einen Stempel von der Schule, der darunter sein sollte. Also gut, wir sagten, dass wir den Stempel holen, wenn wir die Einkäufe zum Kinderheim bringen. Dann fuhren wir wieder zur Metro und kauften etwa drei Stunden ein. Dabei gingen wir nicht ganz nach den Vorgaben des Verwaltungsamtschefs. Die Auberginen ließen wir erst einmal ganz weg und die Menge an Öl halbierten wir. Ansonsten kauften wir reichlich Bananen und Süßigkeiten ein. Das alles brachten wir schließlich nach Tornu Rosu. Dort setzten wir uns wieder mit der Heim- und Schulleitung zusammen. Sie kontrollierten die Rechnung. Eine Frau, die anscheinend die Leitung der Küche unter sich hatte und sehr gut deutsch sprach, erklärte uns, dass wir viel zu viel eingekauft hätten. Nun ja, dazu fehlt uns eben einfach die Erfahrung. Wir luden die Sachen aus, und alles wurde noch einmal gewogen und nachgezählt. Dabei konnten wir das Lebensmittellager des Kinderheims sehen und feststellen, dass das Essen wirklich nicht ein all zu großes Problem darstellt. Aber wir hatten ja einige Sachen eingekauft, die für die Kinder mal etwas besonderes waren, wie Brause, Cola und Bananen. Außerdem gibt es einige Kinder aus einem Nachbarort, die in Tornu Rosu nur zur Schule gehen. Die Eltern können jedoch das Essengeld nicht bezahlen. So konnten auch diese Kinder an diesem Tag mit essen. Wir vereinbarten mit der Küchenleiterin, dass die restlichen Lebensmittel dazu verwendet werden, dass diese Kinder auch in den nächsten Tagen mit essen konnten. Abends packten wir alles für das Kinderheim zusammen. Wir hatten ca. 10 kg Bonbons und Lutscher, Straßenmalkreide, Bastelmaterial, Stifte, Blöcke, Malhefte, Stelzen, Steckenpferde, Puzzle, Steckspiele und vieles mehr. Ein großer Teil davon wurde von der Stadtjugendpflege Wernigerode gespendet. Außerdem sollte es ein Kinderschminken geben, welches Karin übernahm, die sich dazu alle Utensilien mitgebracht hatte. Beim Fest wollten uns Lucian, Julia, Andreea, eine Freundin von Andreea und Emil (Andreeas Vater) helfen. Wir waren also 9 Leute und hofften, die Sache einigermaßen in den Griff zu bekommen.
Dienstag, 16.09.03 Nun war also der Tag des Kinderfestes gekommen. Ein bisschen komisch war uns schon. Einen Kindergeburtstag zu feiern ist das eine, aber ein Kinderfest mit fast 100 Kindern stellt doch eine etwas größere Herausforderung dar. Wer hatte eigentlich die Idee mit dem Kinderfest? Aber nun wollten wir unsere Sache auch so gut wie möglich machen. Als wir kamen, gingen die Kinder gerade zum Mittagessen und wir konnten in Ruhe alles ausladen und aufbauen. Zum Glück hatten wir herrliches Wetter. Auf dem Hof sollte es Wettspiele und Malen mit Straßenkreide geben. Im Festsaal der Schule bauten wir alles zum Basteln, Malen und Spielen auf. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Kinder kamen. Und dann ging es auch gleich richtig los. An Karins Platz fürs Kinderschminken stand von Anfang an eine Schlange. Auch die Tische mit dem Malsachen, Puzzles und Spielen waren wurden gut angenommen. Einzig das Basteln war scheinbar nicht ganz ihre Sache. Andreeas Freundin pustete mit einer Pumpe (gut, dass wir die hatten) ca. drei Stunden lang Luftballons auf. Auch die Schlange bei ihr riss nicht ab. Die Kinder tanzten und spielten. Es war ein ohrenbetäubender Lärm, aber man konnte deutlich sehen, alle hatten großen Spaß. Auf dem Hof versuchten Emil, Andreea und Jenny mit den Kindern Wettspiele zu machen. Das war jedoch gar nicht so einfach. Bei Jenny kam hinzu, dass sie sich mit den Kindern kaum verständigen konnte. Solche Sachen wie: Alle stellen sich an! gingen einfach nicht. Von den Erzieherinnen wurden sie nur beobachtet. Hilfe kam nicht. Die Rettung war schließlich die Straßenmalkreide. So war ein Teil der Kinder beschäftigt und es kamen auch mal die Kleinen dran. Zum Schluss waren alle Kinder im Festsaal. Emil zeigte ein paar Zaubertricks. Wir verteilten Süßigkeiten ohne Ende. Dabei wurden wir von den Kindern jedoch fast überrannt. Es war wirklich nicht so einfach und wir wechselten uns dabei ab. Zwischendurch war Julia noch mal bei der Direktorin gewesen, um zu fragen, ob wir Fotos machen dürfen. Plötzlich war wieder alles egal, und wir konnten fotografieren, was wir wollten. Jenny ging noch auf die Krankenstation, um dort auch noch Süßigkeiten zu verteilen. Wir fanden eigentlich alle, dass das Fest zum Schluss ziemlich chaotisch wurde. Von der Heimleitung wurde uns jedoch gesagt, dass sie überrascht waren, wie gut alles geklappt hätte. Sie hatten gedacht, dass so etwas mit ihren Kindern überhaupt nicht möglich wäre. Eigentlich hatten sie nur darauf gewartet, dass wir kläglich scheitern. Ehrlich gesagt, wir hatten damit auch gerechnet. Ein Schock kam erst zum Schluss, als wir ein Mädchen fragten, wie alt es sei. Wir hatten gedacht, dass wir die ganze Zeit mit 8 bis 12 jährigen Kindern spielten. Viele der Kinder waren jedoch schon 14 bis 18 Jahre alt. Wir hatten mit 17jährigen Steckenpferdrennen gespielt, und sie hatten begeistert mitgemacht. Die Kinder sahen nicht nur viel jünger aus, sie waren auch in ihrer Entwicklung sehr weit zurück. Von den Erzieherinnen wurde uns gesagt, dass sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemühen, die Kinder zu fördern und zu entwickeln. Jedoch werden die Kinder ihnen ja schon so gebracht, und sie können dann auch nicht mehr viel machen. Von der Heimleitung wurde uns gesagt, dass wir jederzeit wieder kommen können, um mit den Kindern etwas zu machen. Anscheinend hatten auch sie nun Vertrauen zu uns gefasst. Wir ließen die Spielzeuge und sämtliche Bastelmaterialen da, worüber sich die Erzieherinnen besonders freuten. Den Kindern versprachen wir, bald wiederzukommen. Wir beschlossen, dass es im nächsten Jahr wieder ein Fest geben soll. Da wir nun die Kinder und auch die örtlichen Gegebenheiten kennen, wird die Vorbereitung dafür sicher wesentlich einfacher und besser werden. Abends gaben wir Jenny Czenter noch die restlichen 600 Euro. Sie will davon eine Weihnachtsfeier für einige kinderreiche Familien bei sich zu Hause durchführen. Da auch noch Spielzeug da war, bekommt dann jedes Kind ein Geschenk und jede Familie ein Lebensmittelpaket. Wir fanden die Idee klasse.
Mittwoch, 17.09.03 Trögers fuhren etwas eher nach Hause, da sie sich gesundheitlich nicht ganz so gut fühlten. Jenny und ich beschlossen jedoch, uns noch einen Tag auszuruhen. Wir kauften noch ein paar Sachen in Sibiu ein und taten eigentlich nichts weiter.
Donnerstag, 18.09.03 Morgens um 3:00 Uhr fuhren wir nach einem herzlichen Abschied von unserer Gastfamilie wieder los. Da die Straßen um diese Zeit frei waren, erreichten wir schon gegen 9:00 Uhr die ungarische Grenze. In Budapest verpassten wir leider eine Abfahrt und brauchten ca. drei Stunden, um die richtige Autobahn wiederzufinden. Nachmittags quer durch Budapest - da kommt Freude auf. Zurück fuhren wir über die Chechei/Slowakei, da diese Strecke ca. 200 km kürzer ist. Auf der Hinfahrt machte das keinen Sinn, da wir dann noch zwei Grenzen mehr gehabt hätten. Eigenartigerweise wurde unser Bus an jedem Zoll kontrolliert. Gut dass das auf die Hinfahrt nicht so war. Schließlich verfuhren wir uns noch in Brno und Teplice und waren froh, als wir endlich wieder Deutschland erreicht hatten. Bei Dresden fielen uns bald die Augen zu. Wir waren schon wieder 26 Stunden unterwegs. Also schliefen wir noch drei Stunden und erreichten gegen 10.00 Stapelburg. *** Selbstverständlich haben wir zu Hause sofort damit begonnen, zu überlegen, was wir als nächstes machen wollen. Auf jeden Fall wird es eine "Weihnachtslieferung " geben. Jedes Kind im Kinderheim wird dann auch wieder, wie im letzten Jahr, ein Geschenk bekommen. Außerdem werden wir wieder Kleidung, Schuhe und Geld nach Ciesnadie bringen. Aber wir wollen vor allen Dingen Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Deshalb überlegen wir gerade, wie wir zum Beispiel eine Suppenküche in Ciesnadie aufbauen könnten. Dort könnten nicht nur die Kinder der armen Familien jeden Tag eine warme Mahlzeit bekommen, sondern es könnten auch einige Frauen aus den Familien dort arbeiten, und so selbst mithelfen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Weiterhin wäre es vielleicht möglich Kindergartenplätze zu finanzieren, so dass die Frauen arbeiten gehen können. Außerdem müsste etwas im Bereich Verhütung getan werden, da die Situation für Familien mit vielen Kindern natürlich besonders schlecht ist. Fazit: Es gibt viel zu tun - packen wir`s an!
Hilfsgütertransport im Dezember 2003 ausführlicher Bericht von Jenny Rasche
Samstag, den 27.12.03 Nun ist es wieder so weit. Wir haben Monate lang gesammelt, sortiert, gepackt und geplant und jetzt kann es endlich losgehen. Wir treffen uns 5:00 Uhr morgens in Wernigerode. Wir, damit meine ich Andreas Kessling(Kesi), Ute Wowarra, Andreas Böttcher(Andy), Thomas Richardt (Flipper), Martin Zajic, sowie sieben Kinder aus den Heimen Waldmühle und Kreuzberg.
Gut gelaunt starten wir unsere Fahrt. Bereits am Mittag sind wir in München. Ich will endlich mein Amt als Auswechselfahrer antreten, aber niemand lässt mich. (Wenn Männer ein Steuer erst mal in der Hand haben!!) Planmäßig erreichen wir ca. 17:00 Uhr Wien. Zum Glück ist Wochenende und wir müssen nicht wie beim letzten mal mitten durch die Rush-Hour. Zügig geht es weiter zur ungarischen Grenze.
Dort kommt erst einmal ein Schock. Der Zollbeamte verlangt tatsächlich, dass wir 400 Euro Zoll bezahlen sollen. Ich rege mich furchtbar darüber auf, bis uns klar wird, dass dieses Geld zum Großteil nur Kaution ist, und wir es beim Verlassen von Ungarn wiederbekommen würden. Trotz meiner Skepsis versuche ich weiter positiv zu denken (was bleibt mir anderes übrig? Die Sachen müssen nun schließlich auch nach Rumänien.)
So gegen 11:00 Uhr abends erreichen wir den Zoll, um das Land wieder zu verlassen. Wir bekommen von den gezahlten 400 Euro tatsächlich 300 Euro wieder. Aber nun kommt die größte Zitterpartie: der rumänische Zoll. Ich zeige dem Beamten die Papiere (Ich bin echt stolz, alle Papiere sind diesmal vollständig). Er schickt uns zur Spedition. Wir tun, was uns gesagt wird. In der Spedition gehen wir von Schalter zu Schalter, ohne eine vernünftige Auskunft zu bekommen. An einer Bearbeitung unserer Papiere scheint niemand Interesse zu haben. Fingernägel lackieren und Kaffee trinken fordern einem schließlich schon einiges ab. Da kann man nicht noch mit irgendwelchen Deutschen über Zollangelegenheiten reden. Endlich, eine Frau nimmt sich unserer an und erklärt, wir hätten nicht die richtigen Papiere und unsere Einreise ist somit unmöglich. Solche Sachen wirken nach 1.400 km äußerst aufmunternd.
Wir wissen gar nicht, was nun eigentlich falsch ist, vor vier Monaten waren diese Papiere noch ganz in Ordnung gewesen. Wir bewahren jedoch Fassung und beschließen aufgrund der Verständigungsschwierigkeiten unsere Gastfamilien in Heltau anzurufen. Nun erklärt sich langsam das Problem: für die Papiere brauchen wir neuerdings eine Bestätigung aus Sibiu, und dort macht das zuständige Amt ja erst am Montag wieder auf.
Wir versuchen es anders. Nach weiteren 10 Minuten und 100 Euro Schmiergeld haben wir eine Bestätigung, dass ca. 2 Tonnen Kleidung, Schulmaterial, Medikamente, Hygieneartikel und Süßigkeiten unser Eigenbedarf sind. (Finanziell ist es für uns gleich, der Zoll wäre auch nicht billiger gewesen.)
Man rät uns, die Borderlinekontrollen zu meiden, oder mit Kaffee zu bestechen. Es gibt in Rumänien nur wenige Sachen, die sich nicht mit Geld oder Kaffee regeln lassen. Leider ist das Land dadurch auch ziemlich gesetzlos geworden. Wer Geld hat, hat recht.
Inzwischen ist es etwa 3:00 Uhr morgens und wir stellen unsere Busse an einen Feldrand, um ein paar Stunden zu schlafen. Eine Stunde nachdem wir eingeschlafen sind, werden wir durch ein heftiges Klopfen aus dem Schlaf gerissen. Ein Mann, dessen Gesicht völlig mit einer Binde umwickelt ist, steht vor dem Fenster. Er schreit uns an, wir sollen uns woanders hinstellen. Wir erschrecken uns wahnsinnig. Durch den Adrenalinstoß sind wir alle wieder hellwach und beschließen, weiter zu fahren.
Wir machen noch einmal halt, um einen Kaffee zu trinken und etwas zu essen. Das Essen ist leider undefinierbar (wir nennen es ein "Tellertier"). Den meisten vergeht der Appetit und wir fahren weiter. Nun wollen wir endlich ankommen.
Um etwa 12:00 Uhr erreichen wir (Martin und ich) das Haus unserer Gasteltern in Heltau. Die anderen fahren zu ihrer Gastfamilie nach Sadu. Wir sind für die Tage unseres Aufenthaltes Gast bei Emil und Carmen, den Eltern unserer Freundin Andreea. Die Familie freut sich so sehr uns zu sehen, dass sie weinen.
Dazu muss man sagen, dass die Gastfreundschaft in Rumänien einen sehr hohen Wert hat. Der Gast ist König. Man muss das einmal erlebt haben, um es wirklich zu verstehen. Die Familien von Andreea und Iulia (eine weitere Freundin) beherbergen immer die Mitglieder unserer Gruppe, wenn diese mit einem Hilfstransport kommen. Es ist ihr Beitrag, um den Armen ihrer Stadt zu helfen. Teilweise erstaunt uns immer wieder ihr Patriotismus. Obwohl die Regierung augenscheinlich kaum etwas für die Menschen tut, sind sie der Meinung "etwas für ihr Land tun zu müssen".
Aber jetzt gibt es erst einmal ein leckeres Mittagessen. Und dann wollen wir nur noch eins: Schlafen.
Montag, den 29.12.03 Um in einem rumänischen Kinderheim etwas machen zu dürfen, braucht man als erstes die Genehmigung vom örtlichen Jugendamt. (Es geht praktisch nichts ohne Stempel und Unterschrift) Das zuständige Amt heißt "Amt für Schutz und Kinderrechte". Der Name ist äußerst irreführend. Im Flur hängt zwar ein Plakat von UNICEF, das Amt ist aber lediglich die Verwaltung der unzähligen Kinderheime. Unter Kinderschutz stellen wir uns etwas anderes vor.
Wir haben vor, mit den Kindern eine Sylvesterparty zu feiern. Also machen wir uns auf den Weg nach Sibiu, um diese Genehmigung zu bekommen. Leider wird unsere Stimmung durch die Erkenntnis getrübt, dass das Jugendamt bis 5.1.04 geschlossen hat. Da wir aber in dem Heim hinreichend bekannt sind, beschließen wir, es einfach am nächsten Morgen mit dem Kinderheim selbst zu regeln. Wir kaufen noch 100 Tüten mit Süßigkeiten für die Kinder in Tornu Rosu und machten uns dann auf den Weg zu Jenny Czenter (Tante Jenny), um unsere Ladung erst mal auszupacken.
Tante Jenny ist die Leiterin der Bank in Heltau und leitet nebenbei den Verein "Heltau-Vilshofen", der es sich zum Ziel gesetzt hat, Hilfevereinen aus Deutschland bei ihrer Arbeit in Rumänien zu unterstützen. Eine ordentliche und gerechte Verteilung der Hilfsgüter ist ohne Menschen mit Insider-Wissen geradezu unmöglich. Wir sind jedesmal unheimlich froh, Tante Jenny zu kennen und vertrauen ihr vollkommen. In den wenigen Tagen, in denen wir da sind, schaffen wir es unmöglich, alle Sachen zu verteilen und die Spendengelder in Lebensmittelkäufe zu stecken, um auch diese dann an die Armen zu geben. So setzt Tante Jenny unsere Arbeit fort, sobald wir wieder abfahren. Somit ist auch gewährleistet, dass nicht nur alle paar Monate Hilfen verteilt werden, sondern dass dies in regelmäßigen Abständen erfolgt. Familien, denen es besonders schlecht geht, bekommen dann auch öfter etwas.
Wir laden erst einmal die Sachen ab und machen einen Plan für die nächsten Tage. (Tante Jennys Motto ist: "Wenn du machen willst eine Aktion, musst du haben gutes Plan.")
Es hat gerade erst eine Aktion für die Armen gegeben, da auch aus Vilzhofen ein Transport zu Weihnachten gekommen war.
Wir einigen uns darauf, nur Lebensmittel für die Ärmsten der Armen zu kaufen und diesen Familien die Spenden persönlich zu bringen. Tante Jenny plant Ende Januar eine große Aktion, bei der alle armen Familien etwas bekommen sollen. Tante Jenny erklärt mir, dass mein Projekt "Suppenküche" in Arbeit sei, und dass sie einen Raum gefunden hat, in dem bereits alles Notwendige vorhanden ist. Sie hat bereits eine Frau ausgesucht, die dort arbeiten soll. Die Stadt Heltau stellt uns den Raum mietfrei zur Verfügung, wir brauchen Strom ,Wasser und Gas nicht zu bezahlen. Wenn wir jetzt noch einen Sponsor finden, der uns monatlich 1.400 Euro zu Verfügung stellt, können wir 50 Kindern täglich eine ausgewogene Mahlzeit bieten. Immerhin, ein Teil des Problems ist gelöst.
***
Es ist Abend geworden und eigentlich wollen wir zu unserer Gastfamilie, aber Andreea hält mich zurück und meint, sie müsse mit mir reden. In ihrer Nachbarschaft lebt ein 19 Jahre alter Junge, der einen Raum in einem total kaputten Haus sein Zuhause nennt. Sie bittet mich, ihn kennenzulernen.
Andreeas Bruder geht, um den Jungen zu suchen. Wenig später hat er ihn gefunden. Er heißt Robert Schuster und ist 19 Jahre alt. Robert ist in einem sehr schlechten Zustand. Die Kleider schlottern um seinen viel zu dünnen Körper, die Augen glänzen fiebrig. Er bittet Martin und mich, mit ihm zu kommen, um zu sehen, wie er lebt.
Wir gehen etwa zwei Minuten zu Fuß und sind schon da. Das Haus, ein altes, verlassenes Fabrikgebäude, ist gruselig. Hier drin soll tatsächlich jemand wohnen? Ich bin schon mehrmals an dem Gebäude vorbei gekommen und hatte so gedacht:` Na, hier lebt bestimmt keiner, das tut sich niemand an.`
Robert führt uns in ein "Zimmer". Hier wohnt er. Uns stockt der Atem. Wir haben hier wirklich schon viele Familien gesehen, die eigentlich kaum etwas besitzen und wir dachten, wir hätte die schlimmsten Sachen schon gesehen. Aber das hier übertrifft alles. Robert hat gar nichts.
Mir treten Tränen in die Augen, als ich ihn ansehe; seine Augen sind ganz leer. Er zeigt uns, dass er auf einer Schranktür schläft. Und diese Schranktür ist wirklich das einzige, was da ist; kein Kissen, keine Decke, nichts. Es gibt kein fließend Wasser, keine Heizung und keinen Strom.
Ich nehme ihn in die Arme, und lasse ihn nicht mehr los, wir weinen zusammen.
Auf dem Weg zu Andreea erklärt er mir, dass sein Vater und sein Onkel seine Mutter totgeschlagen haben und er deshalb von zuhause weggelaufen ist. Eine Nachbarin gibt ihm gelegentlich etwas zu essen und so hat er drei Jahre überlebt. Verzweifelt versucht er, Arbeit zu finden. Aber aufgrund seines Sprachfehlers wird er schnell für schwachsinnig gehalten und kaum jemand ist bereit, ihn bei sich arbeiten zu lassen. Uns ist klar, wenn er hier bleibt, wird er sterben.
Ich will ihm ein Deckbett aus den Spenden geben, er will es nicht nehmen, da er Angst hat, die anderen Kinder aus den Wohnblöcken würden es ihm stehlen. Einige der in der Gegend wohnenden Kinder scheinen ihren Spaß daran zu finden, dass da jemand ist, der noch unter ihnen steht. Sie zerstören ihm Sachen und manchmal verprügeln sie ihn auch. Wir beschließen, dass er das Deckbett jeden Morgen zu der Nachbarin bringen soll, um es sich dann am Abend wieder zu holen.
Nachdem wir uns von Robert verabschiedet haben, weine ich stundenlang. Aber so helfe ich Robert auch nicht. Die Situation ist schwierig, aber ich finde, durchaus nicht aussichtslos. Martin und ich beschließen, alles zu tun, um für Robert ein neues Zuhause zu finden.
Dienstag ,den 30,12,03 Heute morgen weckt uns Andreea ziemlich früh. Wir sollen sofort ins Krankenhaus kommen, um unsere Medikamente zu bringen ,da jetzt grad jemand aus der Verwaltung da ist. Zusammen mit Andy fahren wir ins Krankenhaus. Dort freut man sich sehr über unsere Medikamente. Wir dürfen uns im Krankenhaus frei bewegen und verteilen Schokoladenweihnachtsmänner an die Kinder. Der Zustand des Krankenhauses ist nicht so schlimm, wie wir es befürchtet hatten. Aber es fehlt natürlich an allem. Selbst Fieberthermometer sind Mangelware.
Um Zeit zu sparen, teilen wir unsere Gruppe auf. Andi, Martin und ich fahren ins Kinderheim, um die Sylvesterparty zu besprechen. Die anderen kaufen Grundnahrungsmittel für ca. 20 Familien ein.
Wir werden im Kinderheim sehr herzlich begrüßt. Ich erkläre der Verwaltungschefin, die sehr gut Deutsch spricht, dass wir mit den Kindern gern wieder eine Party feiern möchten, wir allerdings keinen Stempel vom "Amt für Schutz und Kinderrechte" haben. Sie beruhigt mich, dass das kein Problem ist.
Nach diesem Gespräch fühlen wir uns sehr erleichtert. Die Party kann also steigen.
Die Verwaltungschefin macht uns auf ein Problem aufmerksam, über das wir schon beim letzten Mal gesprochen hatten. 10 Kinder einer nahe gelegenen Ortschaft gehen in die dem Kinderheim angeschlossene Schule. Wenn jedoch die Kinder des Kinderheimes essen, müssen diese Kinder vor der Tür bleiben, da ihre Eltern das Essengeld von einem Euro pro Tag nicht bezahlen können. Für diesen Euro würden die Kinder in der Ganztagsschule Frühstück, Mittag und Abendessen bekommen. Die Kinder sind inzwischen in einem schlechten Zustand, da die Ernährung zu hause überhaupt nicht gewährleistet ist. Zum Glück haben wir diesmal genug Geld gesammelt und sagen zu, das Essengeld vorerst für zwei Monate zu bezahlen. Da die Leiterin der Schule nicht da ist, soll Iulia nach unserer Abreise das Geld bringen und den entsprechenden Vertrag machen.
Wir lassen die Kinder in den Essenssaal gehen und verteilen an jedes Kind Bonbontüten. Die Kinder singen für uns und es ist ihnen anzusehen, dass sie sich wirklich freuen, uns zu sehen.
Es ist Mittag und wir treffen den zweiten Teil unseres Teams, die Einkäufer, wieder. Wir packen Lebensmittelpakete für 20 Familien und Kleidung zusammen. Dieses soll nun verteilt werden. Flipper und ich sind die einzigen, die schon einmal in diesen Familien gewesen sind. Wir haben immer wieder allen erzählt, wie furchtbar und schlimm das für uns war. Aber man muss es wohl erst mit eigenen Augen gesehen haben, bevor man es wirklich begreift.
Ute weint schon nach der ersten Familie, nach der dritten ist es bei fast allen mit der Fassung vorbei. Ich weiß, wie ihnen zumute ist. Genauso ging es mir, als ich im September mit meiner Schwester zum ersten Mal hier gewesen bin. Wir hatten zitternd und weinend auf der Straße gestanden. Es kommen jetzt nicht mehr alle mit. Ich kann das gut verstehen.
Die Familien freuen sich unheimlich, uns zu sehen. Sie haben nicht damit gerechnet, dass wir noch einmal wiederkommen. Manche Familien kenne ich noch vom letzten Mal.
Andy wirbelt immer erst mal das kleinste Kind durch die Luft und macht mit den anderen seine Späße. Er meint, das Leben der Leute ist traurig genug, da sollten wir nicht auch noch so traurig gucken. Er hat verdammt recht. Nur im Auto ist auch er wieder ganz still.
Habe ich bei unserem Besuch im September noch fassungslos in den Wohnungen gestanden, so komme ich diesmal auch dazu, mir die Kinder genauer anzusehen. Kaum ein Kind in den Familien ist seinem Alter entsprechend entwickelt. Kinder die wir auf 6 Jahre schätzen, sind schon 10 oder 11. Sie sind alle viel zu klein. Jahrelange Mangelernährung hat dazu geführt.
Könnten wir doch unsere Suppenküche eröffnen, und so wenigstens den ärmsten Kindern täglich eine Mahlzeit geben. Viele von ihnen haben bei dem jetzigen Ernährungssituation und der mangelhaften medizinischen Betreuung kaum eine Chance, Krankheiten zu bewältigen. Fast alle Kinder haben starken Husten. Kein Wunder: Wenig Essen, feuchte Wohnungen und dazu kommt jetzt auch noch der Winter. Es ist sehr kalt in Siebenbürgen.
Unsere Verteilung dauert bis zum späten Abend.
Als wir danach zusammensitzen reden wir natürlich auch über Robert. Wie können wir ihm nur helfen? Alle sind ziemlich ratlos. Ich kann und will hier nicht abfahren und Robert einfach in diesem Loch zurücklassen. Uns muss einfach etwas einfallen!
Mittwoch, den 31.12.03 Die anderen wollen auch Robert kennenlernen.
Wir machen uns alle auf den Weg zu seiner "Wohnung". Alle lachen und sind fröhlich. In dem alten Gebäude angekommen, ist es damit abrupt vorbei. So etwas hatte noch keiner gesehen. Wir finden Robert vor einem der Wohnblocks und geben ihm etwas zu essen.
Wir sagen ihm, dass wir versuchen wollen, ihm zu helfen. Er freut sich, aber ich sehe es ihm an: Glauben kann er daran nicht.
Meine Schwester in Deutschland versucht derweil im Internet Adressen und Telefonnummern herauszufinden, wo Robert unterkommen könnte. Ich hoffe, dass sie mir morgen weiterhelfen kann. Die Zeit drängt. Am Sonnabend wollen Martin und ich wieder nach Hause fahren, wir haben also nur noch zwei Tage. Das macht die Sache wahrlich nicht leichter.
Leider müssen wir schon bald wieder los, denn wir haben ja den Kindern im Kinderheim eine Sylvesterparty versprochen. Und dazu müssen wir erst einmal einkaufen.
Wir kaufen 2 Packen Druckerpapier, 20 mal Filsstifte, Straßenmalkreide,6 Bälle, und 8 Raketen sowie Cola Fanta und Sprite. Zusammen mit einer großen Kiste mit Spielen und Puzzles, die wir schon in Deutschland zusammen gepackt haben, nehmen wir alles mit ins Kinderheim. Dort bauen wir einen Mal- und einen Spieltisch auf und nehmen die kleine Musikanlage in Betrieb, die das Kinderheim von einem Hilfeverein aus Frankreich gespendet bekommen hat.
Die Kinder kommen und nach 5 Minuten ist die Party in vollem Gange. Wir verteilen Straßenmalkreide, Andy spielt mit ihnen draußen Ball und verteilen Brause und Cola. Im Kinderheim gibt es sonst nur Wasser zu trinken. Trotz der Abschottung des Kinderheims von der Außenwelt, wissen sie ganz genau, was Coca-Cola ist und sind total begeistert, diese auch einmal zu bekommen. Ute und Kesi spielen mit den Kindern mit Luftballons.
Aber jetzt haben wir für die Kinder noch eine ganz besondere Überraschung. Heimlich schleichen wir uns aus dem Haus, als die Kinder ihr Abendbrot bekommen, und holen die Säcke mit den Weihnachtsbeuteln.
Als wir damit hereinkommen ,schreien die Kinder vor Begeisterung laut auf. Wir verteilen die Beutel und dann geht es ans Aufmachen; die Kinderaugen werden immer größer, als sie sehen, was in den Tüten ist. In jeder ist eine Puppe, Malbücher und Stifte und natürlich Süßigkeiten. Als alle ausgepackt haben, gehen wir mit ihnen nach draußen. Alle Kinder stellen sich auf eine Seite des Hofes. Andy und Martin schießen die Raketen hoch. Ich glaube, für diese Kinder ist das ein ganz besonderer Moment. Sie bestaunen laut jede Rakete und können für einen Moment aus ihrem sonstigen Leben aussteigen und einfach nur glücklich sein.
Wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen wiederzukommen, einer Träne in den Augen und dem Mut weiter für diese Kinder zu kämpfen.
Schließlich ist es auch für uns Zeit, ein wenig Sylvester zu feiern. Aber so richtig kann ich nicht mitfeiern. Ich muss immer nur an Robert denken und die Zeit, die mir noch bleibt, wird immer kürzer.
Gegen Mitternacht ruft mich meine Schwester aus Deutschland an. Sie hat einige Adressen und Telefonnummern ausfindig gemacht. Gleich morgen früh wollen wir es versuchen.
Donnerstag den 1.1.04 Gleich früh am morgen beginnen Adreea und ich sämtliche in Frage kommende Institutionen anzurufen. Alle erklärten mir, dass sie ihn nicht aufnehmen können. Das hat verschiedene Gründe. Oft ist es Platzmangel, manchmal ist er zu alt. Langsam werde ich immer unruhiger. Gibt es wirklich keine Lösung für Robert?
Aber da ist noch eine Idee in meinem Hinterkopf. Alles in mir sagt, dass das höchstwahrscheinlich nicht klappen kann. Ich rede noch mal mit meiner Schwester. Auch sie meint, ich soll es auf jeden Fall probieren. Denn das Schlimmste, was ich mir vorwerfen könnte, wäre, es nicht versucht zu haben.
Wir bitten Andreeas Bruder, die Nachbarin (welche Robert schon oft etwas zu essen gegeben hat) zu holen, da wir mit ihr sprechen wollen. Wenig später sitzt sie in Carmens und Emils Küche.
Als wir den Namen Robert Schuster erwähnen, fängt sie gleich an zu weinen. Ohne große Überredung ist sie bereit, Robert bei sich aufzunehmen. Es ist, als hätten wir eine Tür aufgestoßen, deren Türklinke sie bereits in der Hand hat. Die Frau hat genau die Wärme, die Robert jetzt braucht. Ich falle ihr um den Hals und wir weinen beide. Wir sagen ihr natürlich auch Unterstützung vor allem in Form von Lebensmitteln und Kleidung für Robert zu.
Wir beschließen, es Robert zu sagen. Da Robert tagsüber immer durch die Straßen der Stadt läuft, ist es schwer ihn zu finden. Wir warten bis es dunkel ist und nehmen ihn mit zu Andreea.
Wir nehmen seine Hände und erklären ihm, dass wir ein Zuhause für ihn gefunden haben. Erst ist er völlig sprachlos. Dann fällt er uns allen nacheinander in die Arme. Es ist eigentlich schon sehr dunkel, aber über Robert ist in diesem Moment die Sonne aufgegangen, er strahlte und ich kann spüren, wie die Last der letzten 3 Jahre von seinen Schultern fällt
Wir packen ein großes Lebensmittelpaket zusammen und bringen ihn in sein neues Zuhause. Die Nachbarin hat schon alles vorbereitet. Er hat ein eigenes Zimmer mit einem Ofen und sogar einen kleinen Fernseher. Selbst ein kleiner Weihnachtsbaum wurde extra für ihn geschmückt.
Für Robert hat mit dem ersten Tag des neuen Jahres ein neues Leben begonnen. Wir verabschieden uns sehr tränenreich. Ich sage zu ihm: "Robert, für dein neues Leben gibt es nur eine Grundregel: Werde glücklich".
An diesem Abend können wir zum ersten Mal wieder frei durchatmen. Das Schicksal von Robert hat wie ein schwerer Stein auf unserer Brust gelegen.
Freitag, den 2.1.04 Die Arbeit hat auch an diesem Tag noch kein Ende.
Wir fahren in die Armensiedlung Sevis, um dort den ärmsten Familien etwas zu bringen. Außerdem haben wir für jedes Kind eine Apfelsine, eine Banane und eine Tafel Schokolade.
Wieder sind alle Helfer geschockt von dem Elend und Leid dieser Menschen. Wir bringen den ärmsten Familien Kleidung, Decken und Lebensmittel. Ich lerne eine Mutter kennen, die bereits 3 Kinder hat und im 5. Monat schwanger ist. Die drei Kinder sehen krank und schlecht ernährt aus. Ich frage die Frau, ob sie jeden Tag etwas essen würden, und sie verneint. Es ist die übliche Situation in diesen Familien: schlechte Bildung, viele Kinder, nichts zu essen. Wir müssen unbedingt etwas in Sachen Verhütung tun, damit in diesen Familien nicht so viele Kinder zur Welt kommen, deren Ernährung überhaupt nicht gesichert ist.
In Sevis ist die medizinische Versorgung fast gar nicht vorhanden und so sind viele Kinder krank. In unserem nächsten Transport werden wir uns vor allem um Medikamente für Sevis kümmern.
Nun verteilen wir noch die restlichen Süßigkeiten und Obst an Kinder, die wir vor heruntergekommenen Blocks antreffen.
Samstag, den 3.1.03 Nun geht es wieder nach Hause. Eigentlich wollten wir nach dem Transport eine kleine Pause einlegen. Aber ich sehe schon, dass das unmöglich ist. Wir müssen unbedingt Geldgeber für die Suppenküche finden. Die Kinder in Heltau haben keine Zeit zu warten.
***
Fazit: Durch Robert habe ich gelernt, dass ich niemals denken darf, das etwas nicht zu schaffen ist. Wenn man sich nur genug anstrengt, findet man eine Lösung.
Nachtrag: Ich habe mit Andreea telefoniert. Robert geht es gut. Er arbeitet inzwischen bei der Familie auf dem kleinen Hof mit. Das Essengeld für die 10 Kinder konnte noch nicht bezahlt werden. Das "Amt für Schutz und Kinderrechte" hat dem Heim verboten, die Geldspende dafür anzunehmen. Es wurde aber eine andere Lösung gefunden. Die Verwaltungschefin schreibt Tante Jenny wöchentlich auf, was für das Essen dieser Kinder gebraucht wird. Tante Jenny kauft die Sachen dann ein und bringt sie ins Kinderheim.
Ich danke nochmals allen, die uns bei unserer Arbeit unterstützt haben. Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen, diesen Menschen zu helfen. Danke!
Teilnehmer: Jenny Rasche, Thomas Richardt (Flipper), Susanne Knappe, Martin Zajic, Andreas Böttcher, Steffen Amarell
Beginn der Fahrt: Freitag, 30.04.2004, 14:00 Uhr
Dass wir mit unserem Abfahrtstermin einen Fehler gemacht hatten, merkten wir ziemlich schnell. Durch Wernigerode, Blankenburg und Quedlinburg kamen wir im Berufsverkehr am Freitagnachmittag kaum voran. Schon für die ersten 70 km benötigten wir fast 2 Stunden. Erst am Abend kamen wir aus Deutschland heraus. Weiter ging es durch Österreich bis zur ungarischen Grenze. Da es hier bereits nach Mitternacht war (und somit der 1. Mai begonnen hatte und Ungarn nun zur EU gehörte), fiel das sonst übliche Zolltheater aus. Außerdem sparte uns das glatt 100 Euro. Gegen 3:00 Uhr legten wir einen Zwischenstop ein und übernachteten in einem kleinen Hotel. Wir waren alle erledigt und eine Non-Stop-Fahrt wäre einfach zu gefährlich geworden. Als wir am nächsten Nachmittag am rumänischen Zoll ankamen, waren wir sehr froh, dass wir zwischendurch geschlafen hatten, ansonsten hätte unsere Nerven wohl bald blank gelegen. Wir gingen wie immer zu den Speditionen, um die Papiere fertig zu machen. Bei der ersten Spedition wurden wir gleich weiter gewunken. Die Mitarbeiterin der zweiten zuckte nur mit den Schultern und gab uns unsere Papiere wieder zurück. Die Dritte erkannte uns und schlug gleich die Hände über dem Kopf zusammen und bedeutete uns, wir sollen zum nächsten gehen. Beim Nächsten wurde uns erklärt: "Mhh, Probleme, Probleme..." und wieder ein Schulterzucken. Am nächsten Schalter war ein freundlicher Mann. Er konnte etwas Englisch und sah sich unsere Papiere an. Fast hatten wir ihn soweit, dass er sie bearbeitete. Aber schließlich gab auch er uns unseren Hefter zurück und meinte es gäbe Probleme. Bei der nächsten Spedition wurden wir auf rumänisch zugetextet. Dass wir kein Wort verstanden, interessierte niemanden. Unsere Papiere bekamen wir wieder in die Hand gedrückt. Inzwischen kennen wir das. Es ist jedes Mal das gleiche Theater. Ich weiß nicht warum, aber immer weigern sich alle erst einmal, unsere Papiere zu bearbeiten. Wir gaben die Hoffnung nicht auf und suchten weiter. Schließlich gerieten wir an einen sehr netten Mitarbeiter. Glücklicherweise konnte er auch perfekt Englisch, so dass wir ohne Probleme alle Fragen beantworten konnten. Die Bearbeitung der Zollpapiere dauerte etwa anderthalb Stunden. Bei unserem letzten Transport im Dezember hatte ein Papier eines Amtes in Rumänien gefehlt. Unseren rumänischen Freunden war es jedoch nicht gelungen, dieses Papier zu beschaffen. Komischerweise fragte diesmal keiner danach. Schließlich konnten wir mit einem ganzen Packen Papier in Rumänien einreisen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Das war nur der Anfang einer wahren Zoll-Odyssee, die ihren Fortgang am Montag im Zollamt von Sibiu fand. Nach weiteren sechs Stunden Fahrt kamen wir bei unseren Gastfamilien in Heltau (Cisnadie) an. Wie immer wurden wir herzlich empfangen. Wir gingen noch kurz auf das Stadtfest und fielen danach hundemüde ins Bett. *** Am nächsten Morgen frühstückten wir erst mal gemütlich. Dann gingen wir zur Kirche, in der an diesem Morgen ein Festgottesdienst stattfand, an dem auch die Delegation aus Wernigerode (OB Herr Hoffmann, Chef der Sparkasse Herr Kirchner, Stadträte Frau Wetzel und Herr Heinrich) teilnahm. Wir wollten ihnen gern unsere Küche zeigen, von der wir schon soviel erzählt hatten. Eugenia Czenter hatte uns gesagt, dass die Kinder auch ein kleines Programm zu diesem Anlass eingeübt hatten. Für die Delegation war es nicht so einfach, sich aus dem offiziellen Programm auszuklinken. Aber schließlich war es doch möglich und wir erwarteten sie zusammen mit den Kindern, Eugenia Czenter und allen Helfern in unserer Küche, in der inzwischen 60 Kinder essen. Herr Hoffmann und Herr Kirchner waren sichtlich erstaunt über das, was die Kinder darboten. Aber nicht nur sie, auch wir waren vollkommen baff. Unsere rumänischen Freunde hatte uns zwar geschrieben, dass die Kinder ein so schönes Programm hätten, aber was uns da gezeigt wurde, hatten wir nicht erwartet. Es war ein richtiges peppiges Programm mit Tänzen, Liedern und sogar Break-Dance mit fast schon akrobatischen Einlagen. Waren das wirklich die Kinder, die am Tag der Eröffnung der Küche sich schüchtern auf die Stühle gedrückt hatten und sich kaum trauten, etwas zu essen? Es war kaum zu glauben, wie lebensfroh und selbstbewusst uns diese Kinder ihr Programm vortrugen. Diese Kinder kamen nicht nur einfach in unsere Küche, um zu essen. Sie fühlten sich hier richtig wohl und waren inzwischen eine richtige kleine Gemeinschaft geworden. Eugenia erzählte uns, dass die Initiative für das Programm von den Kindern ausgegangen war. Eine Mutter, ein Lehrer und ein Tanzlehrer hatten sich schließlich unentgeltlich zur Verfügung gestellt, und mit den Kindern viele, viele Stunden trainiert. Es war einfach unglaublich. Mir standen die Tränen in den Augen. Unser Dank gilt auch unseren beiden Köchinnen. Niemals geben sie den Kindern das Gefühl, ein Almosen zu empfangen. Vor allem Elena ist zu ihnen wie eine Mutter und die Kinder helfen ihr gern beim Decken und Abdecken der Tische. Leider konnte die Delegation aus Wernigerode das Programm nicht bis zum Schluss verfolgen. So verpassten sie, wie die Kinder das „Vater unser“ extra für uns auf Deutsch beteten. Wir waren von dieser Geste sehr berührt. Besonders freuten wir uns auch über Robert. (Robert Schuster hatten wir im Dezember von der Straße geholt und vorübergehend bei einer Familie untergebracht.) Robert arbeitet jeden Tag in der Küche und ist sehr fleißig, alle sind mit ihm sehr zufrieden. Kaum zu glauben, aber Robert war es, der den Kindern die Break-Dance-Einlagen beigebracht hat. Die Kinder mögen ihn sehr, er ist immer freundlich und hilfsbereit zu allen. Früher war er ein Außenseiter – heute ist er ein Mitglied der Gesellschaft. Er sieht inzwischen auch viel gesünder aus und trotz des erlittenen Traumas ist er ein unheimlich fröhlicher Mensch geworden. Wir aßen an diesem Tag in unserer Küche mit und ich kann jedem versichern, es schmeckte sehr gut. Wir konnten auch gut sehen, dass das Essen auch den Kindern schmeckte. Ich fand es erstaunlich, welche Portionen selbst kleine Kinder verdrückten. Besonders schön fanden wir, dass die Kinder ganz in Ruhe essen konnten. Ihre Gelassenheit kam einfach daher, dass sie wussten, dass jeder soviel essen konnten, wie er wollte. So versuchte niemand, dem anderen etwas wegzunehmen. Die Kinder waren sich vollkommen sicher, dass immer noch genügend da war. An diesem Tag merkten wir sehr deutlich, dass sich all unsere Mühe um Spenden für die Küche wirklich gelohnt hatte. Wir waren sehr glücklich, wie toll sich das alles entwickelt hatte, und wie viele Menschen uns entsprechend ihren Möglichkeiten halfen. *** Montag früh trafen wir uns dann noch einmal mit der Delegation aus Wernigerode. Wir hatten ihnen nun gezeigt, was wir für die Kinder tun. Um wirklich zu verstehen, was das für die Kinder bedeutete, wollten wir ihnen nun noch zeigen, wo diese Kinder herkommen und unter welchen Verhältnissen sie leben. Wir kauften ein paar Lebensmittel und besuchten zusammen mit Herrn Heinrich und Frau Wetzel zwei Familien. So bekamen sie einen Eindruck, wie wichtig die Arbeit für die Kinder ist. Am späten Vormittag fuhren Jenny, Flipper, Martin und Iulia Botarell (Freundin und Übersetzerin) zum Zollamt nach Sibiu. Andy und ich packten in der Zeit Süßigkeitentüten für das Kinderheim in Tornu Rosu. Wir rechneten damit, dass die Papiere am Nachmittag fertig sein würden und wir dann endlich die Autos ausladen könnten. Aber: seit dem 1. Mai gab es wieder einmal neue Bestimmungen. Teilweise sind unsere Papiere natürlich auf Deutsch, z. B. das Desinfektionspapier. Diese müssen nun in die Landessprache übersetzt werden. Die Übersetzung muss außerdem notariell beglaubigt werden. Als das endlich alles erledigt war, war es später Nachmittag und das Zollamt hatte bereits geschlossen. Somit konnten wir die Autos immer noch nicht ausladen. Dienstag früh fuhren Flipper und Iulia wieder zum Zollamt. Die Bearbeitung der Papiere war aber immer noch nicht möglich, da noch Stempel von drei Ämtern eingeholt werden mussten. Als auch diese endlich da waren, konnte die Bearbeitung im Zollamt beginnen, die weitere fünf Stunden dauerte. So waren die Zollpapiere am Dienstag Abend endlich fertig. Freitag Mittag hatten wir die Autos beladen. Nun, vier Tage später, konnten wir ausladen. Die Durchführung der Hilfstransporte wird von mal zu mal schwieriger und teurer. Inzwischen sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass wir die Anzahl der Hilfstransporte einschränken und lieber die Projektarbeit forcieren. *** Die nächsten Tage verbrachten wir damit, Familien zu besuchen, die besondere Hilfe brauchen. Da ist zum einen Stephan Konstantin. Er hat eine schwere Krankheit, die wahnsinnige Schmerzen verursacht. Leider gibt es keine Möglichkeit der Heilung. Für ihn ist es aber auch nicht möglich, der verordneten Schmerzmittel (Morphin) zu bezahlen. Dies übernahmen wir und organisierten, dass auch in den nächsten Monaten die Schmerzmittel bezahlt werden. Ein längeres Gespräch hatten wir auch mit der Mutter von Andreea Din, einem kleinen Mädchen von 5 Jahren. Andreea leidet an mehreren Krankheiten, unter anderem an Zöliaki (Mehlallergie) und Malabsobtion (ihr Körper bildet bestimmte Enzyme nicht und kann die Nahrung nicht verwerten). Wir brachten der Familie die notwendigen Medikamente und besprachen die Diät für Andreea (Die Familie erhält aus der Küche Lebensmittel. Da Andreea kein Brot essen kann, ist die Ernährung von ihr für die Familie relativ teuer. Außerdem hatten wir ihnen diesmal Mehl, Nudeln und Kekse mitgebracht, die speziell für Menschen hergestellt werden, die an dieser Allergie leiden.) In Sadu, einem kleinen Nachbardorf, führte uns Iulia zu einer sehr kranken jungen Frau. Sie hatte einen Tumor im Kopf gehabt, der inzwischen operativ entfernt wurde. Nun lernt sie mühsam wieder sprechen, laufen usw. Die Medikamente, die ihr vom Arzt verschrieben wurden, sind für die Familie unerschwinglich. Wir kauften die Medizin für einen Monat und bezahlten 75 Euro, das entspricht in Rumänien einem Monatslohn. In die kleine Krankenstation von Sadu brachten wir weitere Medikamente, Verbandsmaterial, Bettwäsche und Handtücher. *** Zwischenzeitlich erreichte uns eine sehr schöne Nachricht aus Wernigerode, die gleichzeitig ein großes Problem löste. Eine Familie aus Wernigerode hatte sich entschlossen, unsere Arbeit jeden Monat mit 100 Euro zu unterstützen. Das bedeutet, dass dafür fünf Kinder in der Küche essen können. Wir freuten uns sehr, denn Eugenia hatte uns von 5 Kindern berichtet, die eigentlich unbedingt in das Projekt mitaufgenommen werden müssten. Da aber inzwischen ohnehin schon 10 Kinder mehr essen, als ursprünglich geplant, hatten wir immerzu hin und herüberlegt, ob es möglich wäre, die Kinder aufzunehmen. Uns und auch Eugenia fiel ein Stein vom Herzen. Wir erlebten es selbst in diesen Tagen mehrmals, dass Kinder vor der Küche standen und fragten, ob sie nicht mitessen könnten. Wie soll man da nein sagen? Aber unsere rumänischen Freunde müssen dies leider immer wieder tun, da unsere finanziellen Mittel nun mal begrenzt sind. Natürlich wird kein Kind ohne etwas weggeschickt. In der Küche wird jedes Schraubglas, z. B. von Gemüse, aufgehoben. Darin werden dann die Essenreste eingepackt und teilweise auch an Obdachlose gegeben. *** Am Mittwoch besuchten wir natürlich auch wieder das Kinderheim in Turnu Rosu. Wie immer wurden wir von den Kindern stürmisch begrüßt. Für sie ist es jedes Mal ein Ereignis, wenn wir kommen. Leider können wir ihnen immer nur für einige Stunden das geben, was sie wirklich brauchen: Liebe. Wir spielten den ganzen Nachmittag mit ihnen. Der Abschied fiel wieder mal schwer, aber wir versprachen, so bald wie möglich wiederzukommen. Wir unterstützen das Kinderheim regelmäßig mit Schul- und Bastelmaterial sowie mit Spielzeug. Kleiderspenden sind schwierig, da das zuständige Amt verlangt, dass die Kleidung neu sein muss. Unsere Hauptunterstützung besteht zur Zeit darin, das Essengeld für 12 Kinder aus dem Nachbarort zu bezahlen, die in Turnu Rosu zur Schule gehen. Diese Kinder lebten auch im Heim, wurden dann aber wieder in ihre Familien geschickt. Nun gehen sie im Heim weiter zur Schule. Wenn es jedoch Essen gibt, müssen sie vor der Tür bleiben. Sie kommen jedoch auch aus sehr armen Familien und haben nur selten etwas zu essen mit. Die Schulleitung ist sehr froh über unsere Hilfe, denn wenn die Kinder etwas im Magen haben, können sie sich natürlich besser konzentrieren. *** Am letzten Tag unseres Aufenthaltes erreichte uns noch ein Hilferuf aus Sibiu. Ein sehr engagierter Mitarbeiter des dortigen Sozialamtes fragte Eugenia Czenter, ob sie nicht helfen könnte. Eine Klientin von ihm, eine alleinstehende Frau mit 5 Kindern, ist schwer krank. Sie hat einen Tumor im Kopf, der operativ entfernt werden muss. Leider haben wir bis jetzt noch keine weiteren Informationen über diese Frau, erwarten diese aber in den nächsten Tagen per E-Mail. Wir beschlossen, umgerechnet 100 Euro zur sofortigen Hilfe zur Verfügung zu stellen. Wenn wir weitere Informationen haben, wollen wir für die Familie eine kleine Sonderaktion machen, um auf jeden Fall zu verhindern, dass die Kinder ins Heim kommen. (Übrigens: ein Sozialamt in Rumänien ist keineswegs vergleichbar mit einem Sozialamt in Deutschland. Die Sozialhilfe ist lächerlich gering und wird praktisch willkürlich vergeben. Medikamente müssen grundsätzlich selbst bezahlt werden, auch für Kinder.) *** Am Freitag früh verließen wir Rumänien wieder und waren etwa 20 Stunden später wieder in Deutschland. Die Kleidung, die wir mitgebracht hatten, wird in diesen Tagen verteilt. Besonders berücksichtigt werden hierbei die Kinder unserer Küche sowie Familien in einer Elendssiedlung unweit der Stadt Cisnadie. Außerdem erhalten diesmal besonders Schwangere und Frauen mit Babys Unterstützung, da wir viele Sachen für Babys mitgebracht hatten. (Nicht nur Kleidung, sondern auch Nuckelflaschen, Pflegeprodukte, Waschpulver usw.).
Viel Arbeit liegt wieder vor uns, aber wir machen es gern und der Erfolg gibt uns die Kraft, weiter für diese Kinder zu kämpfen.
Hilfsgütertransport September 2004 Wieder einmal machten wir uns auf die 1.700 Kilometer lange Reise in die rumänische Partnerstadt von Wernigerode, Cisnadie. Niemand wusste, was dieses mal wieder auf uns zukommen würde, ob wir der Lage gewachsen sein würden und ob die Aktion von Erfolg gekrönt sein würde. Die Fahrt verlief, bis auf ein paar kleine Hindernisse, ziemlich problemlos. Natürlich kamen wir um die Schikane am rumänischen Zoll nicht herum, aber das erwartete auch niemand. Wir kamen planmäßig an, und das war die Hauptsache. Den nächsten Tag verbrachten wir mit Warten im Zollamt Sibiu, um die Genehmigung zu erhalten, endlich verteilen zu dürfen. Als wir sie hatten, war der Tag vorbei. *** Am nächsten Tag besuchten wir als erstes unser Projekt "Armenküche für besonders bedürftige Kinder". Alles war soweit in bester Ordnung. Die Kinder fühlten sich wohl und man sah ihnen an, dass die abwechslungsreiche, ausgewogene und vor allem reichhaltige Ernährung ihren kleinen Körpern gut getan hat. Wir erledigten alle Formalitäten, die für den Fortbestand der Küche nötig waren. Nun wurden wir langsam ziemlich aufgeregt, denn wir hatten eine Einladung bei dem neuen Bürgermeister in Heltau, Herrn Krech. Schon bei der Begrüßung stellten wir fest, dass Herr Krech das komplette Gegenteil seines Vorgängers war. Bei dem Gespräch stellte sich dann heraus, das die Sozialarbeit ab jetzt in den Vordergrund gerückt werden sollte und er dabei gern mit uns zusammenarbeiten möchte. Er wollte ein großes Sozialprojekt gründen, in dem über 100 Kinder täglich ein warmes Mittagessen bekommen sollen, darüber hinaus sollte es eine Hausaufgabenhilfe bzw. Nachhilfe und verschiedene Freizeitangebote für die Kinder geben. Die Kinder könnten so also Unterstützung in ihrem Werdegang als für sich selbst sorgende Menschen bekommen. Da wir uns noch immer weigerten Spendengelder an Dritte weiterzugeben, schlug er uns eine getrennte Buchhaltung und den eigenen Einkauf vor. So kann das Rathaus nicht über unsere Gelder bestimmen. Wir einigten uns, dass unser Verein einen großen Teil des Essens in der Küche bezahlt und darüber hinaus noch zwei Nachhilfelehrerinnen einstellt. So startet also am 1.10.04 ein neues, in dieser Größe noch nie dagewesenes Projekt in Cisnadie. Wir waren sehr zufrieden mit diesem Vorschlag, da man uns weder Geld noch Entscheidungsgewalt aus den Händen reißen wollte. *** Nun konnten wir uns endlich unserem Hauptanliegen widmen, der Verteilung von Hilfsgütern in einer großen Behinderteneinrichtung in Dumbraveni. Wir fuhren gleich am nächsten Morgen. Uns zitterten die Knie, denn wir hatten schon so viele schlimme Dinge über diese Einrichtung gehört. Wir fuhren auf den großen Vorhof und wurden dort sofort von ca. 40 Bewohnern der Einrichtung begrüßt. Sie freuten sich so sehr uns zu sehen, denn sie ahnten, dass wir nicht mit leeren Händen gekommen waren. Zunächst unterhielten wir uns mit dem Direktor und er erzählte uns einiges über die Einrichtung. So erfuhren wir auch, dass dort 417 Personen lebten. Nun wurden wir aufgefordert, uns die Wohnbereiche und Werkstätten anzusehen. Wir waren ziemlich überrascht, denn die Einrichtung war zwar sehr heruntergekommen und im Schnitt mussten sich fünf Personen ein Zimmer teilen, aber sonst wirkten die Menschen auf uns eher zufrieden und man merkte, das hier der Fortschritt Einzug nahm. Eine blinde Frau löste dann das Rätsel. Sie erzählte uns, dass vieles besser geworden war, seit dem der neue Direktor, welcher selbst körperbehindert ist, da war. Natürlich fehlte es hier trotz der positiven Ansätze noch immer an so ziemlich allem. Im Winter war dem Heim die Kleiderkammer abgebrannt, so dass Kleidung, Bettwäsche und Handtücher immer noch knapp waren. Medikamente müssen sparsam eingeteilt werden, damit sie für alle reichen. Medizinische Hilfsmittel, wie sie in deutschen Behinderteneinrichtungen Standard sind, waren praktisch nicht vorhanden. Um so willkommener waren unsere Spenden (Kleidung für Erwachsene, Handtücher, Bettwäsche, Bettdecken). Wir freuten uns ein wenig zum Aufschwung beitragen zu können und luden die Hilfsgüter aus. Die Menschen bedankten sich sehr herzlich bei uns, und wir konnten mit guter Laune wider nach Cisnadie fahren. Dort beschlossen wir, einen Hausbesuch bei einer Familie zu machen, die wir seit längerem unterstützen. Die Familie hat 3 Kinder. Ein Mädchen (Andreea, 5 Jahre) leidet an Zöliakie (Mehlallergie); außerdem bildet ihr Körper bestimmte Enzyme nicht, die zur Verdauung benötigt werden. Kurz, sie darf nichts essen, in dem Mehl enthalten ist und benötigt bei jeder Mahlzeit eine Kapsel mit dem Wirkstoff Kreon, um verdauen zu können. Unsere Hilfe bestand bisher darin, ihr das Medikament zu kaufen und Spezialmehl für Zölliakiekranke mit nach Rumänien zu bringen. In der Küche wird für Andreea dann spezielles Brot gebacken, welches ihr übrigens sehr gut schmeckt. Das hatte auch immer ganz gut funktioniert, aber jetzt hatte der rumänische Arzt die Dosis des Medikaments auf die Hälfte herabgesetzt, deshalb ging es der Kleinen wieder schlechter. Wir beschlossen, die Meinung eines zweiten Arztes einzuholen (In Rumänien ist es ein großes Problem, den Arzt zu wechseln). Ein Freund von uns, der ein Projekt für Obdachlose in Sibiu leitet, gab uns die Telefonnummer einer guten Ärztin aus Sibiu und wir fuhren mit der kleinen Andreea und ihrer Mutter dorthin. Als die Ärztin die Kleine untersucht hatte, empfahl sie die gleiche Dosis, die die Mutter verabreicht hatte, bevor der Arzt aus Heltau sie halbiert hatte. Die Mutter war sehr froh und wir natürlich auch, denn jetzt kann das Kind weiterhin richtig behandelt werden. Wir verteilten in dem Armenviertel, in dem die Familie lebt, noch ein paar Süßigkeiten an die Kinder. Man müsste eigentlich glauben, dass wir uns mittlerweile an den Anblick von Leid und Elend gewöhnt haben, aber dem ist nicht so. Ich ging durch das Armenviertel und sah in die Gesichter von so vielen Kindern ohne Hoffnung auf eine Zukunft, dass es mich innerlich erschauern ließ. Ich schwöre, dass wir auch weiter versuchen werden, diese Kinder in unser Projekt zu integrieren. Aber das ist schwer, da es so viele sind und wir nicht genügend Paten haben. Als ich in die Gesichter der Kinder sah, die noch nicht integriert waren, hoffte ich inständig, dass uns auch in Zukunft so viele Menschen hier unterstützen, um noch mehr Kindern helfen zu können. *** Am nächsten Tag gingen wir nochmals in unser Projekt Küche. Wir wollten uns gerade setzen, um etwas mit der Köchin zu besprechen, aber da war es mit der Ruhe schon vorbei. Eine Mutter von vier Kindern kam in die Küche und fiel mir weinend in die Arme. Ich verstand erst gar nicht, was los war, doch nach einer Weile fanden wir den Grund heraus. Sie und ihre Kinder waren von Ihrem Mann schlimm verprügelt worden und sie traute sich nicht mehr nach Hause. Sie war schon in Sibiu gewesen, um die Scheidung einzureichen, aber das würde einen Monat dauern und diesen Monat sollte sie laut der Beamten bei Ihrem Mann leben. Da diese Familie mit sechs Personen nur auf 10 Quadratmetern wohnt, kann sie Ihrem Mann nicht ausweichen, wenn er aggressiv wird. Wir bedeuteten ihr sich zu setzen und zusammen mit den Kindern etwas zu essen. Wir schnappten uns ein Telefon und riefen erst einmal unseren Freund und Sozialpädagogen aus Sibiu an. Wir erklärten ihm das Problem dieser Frau und er gab uns die Nummer eines Frauenhauses in Fagarasch. Wir riefen an und erklärten der Leiterin das Problem. Sie sagte uns, dass die Plätze in ihrem Haus fast immer belegt seien, wir aber Glück hätten, denn an diesem Morgen sei ein Platz freigeworden. Sie versprach, die Frau am nächsten Morgen, samt Kindern abzuholen. Wieder einmal fiel uns ein Stein vom Herzen. Wir sagten ihr, dass wir sie am Abend anrufen würden, um ihr eine Adresse zu nennen, an der sie am nächsten Morgen, die Frau finden würde. Als nächstes musste eine Lösung für diese Nacht gefunden werden. Wir fragten die Frau, ob sie nicht einen Verwandten habe, bei dem sie die Nacht würde verbringen können. Sie sagte, dass sie und die Kinder für eine Nacht bei ihrer Mutter schlafen könnten. Nun machten wir ihr nur noch begreiflich, dass sie am nächsten Morgen auf jeden Fall bei ihrer Mutter in der Wohnung bleiben musste, denn da würden wir die Chefin des Frauenhauses hinschicken. Soweit war also alles in diesem Fall geklärt. Bis die Scheidung durch ist, brauchen sie nicht mehr mit diesem Mann zusammen leben. *** Nun dachten wir, dass wir uns einen Kaffee verdient hätten, aber so weit kam es nicht. Eine Mutter mit ebenfalls vier Kindern saß in unserem Projekt und wünschte sich, mit uns sprechen zu können. Klar also, dass wir uns Zeit für sie nahmen. Wie sich herausstellte war sie von ihrem Mann getrennt und lebte mit den Kindern, welche zwischen einem und sechs Jahren alt sind, zusammen in einem kleinen Zimmer in Heltau. Sie hat monatlich ca. 20 Euro zur Verfügung, da ihr Mann verpflichtet ist, ihr einen kleinen Unterhalt zu zahlen. Davon gehen aber 14 Euro schon für Miete Strom und Wasser drauf. Sie hatte also für 4 Kinder und sich selbst nur 6 Euro monatlich für Essen, Kleidung, Schulmaterial, Medikamente usw. übrig. Ihr ältestes Kind ist sechs Jahre alt und wiegt aufgrund schlechter Ernährung nur zehn Kilogramm. Wir waren entsetzt. Die Kinder aßen seit einiger Zeit in unserem Projekt. Als Soforthilfe beschlossen wir, zusätzlich noch ihren Strom und die Wasserrechnung zu bezahlen, so kann man sie wenigstens nicht gleich auf die Straße setzen. Außerdem sollen die Kinder im Krankenhaus einmal gründlich untersucht werden. Wir sagten der Frau zu, dass unser Verein die von den Ärzten verordneten Medikamente zahlen wird. Weiterhin soll die Frau zusätzliche Lebensmittelhilfen bekommen, da der Zustand ihres ältesten Kindes wirklich bedenklich ist. Solche Fälle zeigen uns immer wieder, wie notwendig unsere Hilfe hier ist. *** Nun war unser Abreisetag gekommen und wir fuhren mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das lachende, weil wir für die Menschen mal wieder etwas Gutes tun konnten, und in vielen Fällen auch sehr erfolgreich waren. Das weinende, weil wir wissen, das unsere Hilfe noch nicht ausreicht. Es gibt so viele Kinder da draußen, die uns ganz dringend brauchen. Und wir werden nicht aufgeben. Das geht aber nur, wenn uns Menschen weiterhin unterstützen und an uns glauben. Alle zusammen können wir einen kleinen Teil dieser Welt zum Besseren verändern, ich weiß es. Deshalb bitte ich sie mit uns zusammen aufzustehen, und zu helfen. Gott und diese Kinder werden es ihnen danken. In liebe für alle Kinder dieser Welt, Jenny Rasche und Susanne Knappe.
Besuch in Rumänien Weihnachten 2004 Teilnehmer: Jenny Rasche, Hilmar Rasche, Alexander Knappe
26.12.04 Pünktlich um 4:00 Uhr morgens starteten wir in unserem Honda den Weg nach Rumänien. Alle drei waren wir sehr aufgeregt und voller Tatendrang zu helfen.
Gegen Mittag erreichten wir Wien. Alex staunt, was das für eine große Stadt ist. Gegen späten Nachmittag passieren wir die ungarische Grenze und gegen ca. 8:00 Uhr abends sind wir in Rumänien. Die Fahrt bis nach Heltau dauerte dann noch einmal ca. 6 Stunden. Pünktlich um 2:00 Uhr nachts sind wir in Heltau bei unserer Gastfamilie angekommen und haben uns sofort schlafen gelegt um am nächsten Morgen frisch und munter in den Tag starten zu können.
27.12.04 Wir begannen den Tag um ca. 8:00 Uhr morgens. Zuerst frühstückten wir und machten uns dann auf den Weg zu Eugenia Czenter, die schon an ihrem Arbeitsplatz in der Bank von Heltau war. Wir wollten nicht weiter stören und fuhren daher gleich zu einer unserer Projektfamilien. Diese Familie besteht aus Mutter, Vater und 4 Kindern. Drei der Kinder sind inzwischen in einem relativ guten Ernährungszustand und die Familie freute sich sehr über die Hilfe. Nur das kleinste Kind ist nach wie vor in einem schlechten Zustand. Es handelt sich um ein kleines Mädchen, das zwei Jahre alt ist. Sie kann weder stehen noch laufen und auch nicht sprechen. Um sie muss sich in den nächsten Monaten besonders gekümmert werden.
Die Wohnsituation ist in einem eher furchterregenden Zustand. Die Wohnung sieht von außen aus wie ein Schuppen, die Tür ist aus ein paar Brettern zusammengenagelt. Innen sind ca. 14 Quadratmeter Wohnfläche für die sechs Personen. Es gibt kein fließendes Wasser und auch kein Gas. Der Ofen ist aus einer alten Blechtonne zusammengezimmert worden und sieht so aus, als würde er gleich zusammenbrechen. Wir entschlossen uns zu helfen und als erstes einen neuen Ofen zu besorgen und diesen dann auch gleich einzubauen.
Als wir unseren Hausbesuch beendet hatten, fuhren wir in das Nachbardorf Sadu um unserer anderen Gastfamilie Guten Tag zu sagen. Anschließend folgte eine Besprechung mit Eugenia Czenter und wir machten mit ihr bis in den späten Abend Pläne für unsere weitere Zusammenarbeit.
28.12.04 Der Tag begann mit Einkäufen für eine hilfsbedürftige Familie mit vier kleinen Kindern. Dann fuhren wir nach Sadu um uns mit einer Frau zu treffen, die uns unbedingt diese sehr arme Familie zeigen wollte, die ganz dringend auf Hilfe angewiesen ist. Wir fuhren zu dieser Familie. Sie bestand aus Eltern und vier kleinen Kindern die hochgradig unterernährt waren. Die Familie hatte versucht, durch Lohnfahrten mit ihrem Pferd etwas Geld zu verdienen, aber gerade im Winter läuft das Geschäft sehr schlecht. Der Mann hatte es geschafft, das Dach der Hütte Winterfest zu machen und auch sonst sah man, das die Eltern sich große Mühe gaben, aus eigener Kraft, ihre Situation zu verbessern. Wir beschlossen, sie über den Winter mit Lebensmitteln zu versorgen, die sich die Familie regelmäßig einmal in der Woche vom Hilfeverein in Heltau abholen kann. Leider wohnen sie zu weit entfernt, um ihre Kinder in unser Projekt schicken zu können. Wir freuen uns, ihnen trotzdem helfen zu können. Dann folgte ein Einkauf für ca. 40 Kinder einer Elendssiedlung (wir nennen sie Bahnhof). Wir kauften Schokolade, Bonbons, Malsachen, Fruchtsaft und Becher. Nachdem dies erledigt war, fuhren wir zu unserem Quartier und kleideten Hilmar als Weihnachtsmann und Alex als Wichtel ein.
So kostümiert fuhren wir durch die Stadt, was für einiges Aufsehen sorgte.
Am Bahnhof angekommen stiegen wir aus. Ein etwa fünf jähriger Junge entdeckte den Weihnachtsmann und seinen Wichtel. Er rief laut: "Der Weihnachtsmann ist da!". Dieser Ausruf sorgte dafür, das sich die Nachricht über unsere Ankunft wie ein Lauffeuer verbreitete. Es dauerte keine drei Minuten und die ca. 40 Kinder sowie einige Mütter und Großmütter standen um uns herum. Durch den Weihnachtsmann wurde die Bescherung eröffnet, indem er die Kinder aufforderte, ein Lied zu singen. Einige Kinder stimmten ein Lied an und schon nach der zweiten Textzeile sangen alle mit. Es war ein sehr emotionales Erlebnis, die kleinen Stimmen zu hören, die sich aus der Stille, dem Schmutz und Elend erhoben und die Hoffnung in den Augen der Kinder zu sehen. Sie waren so gebannt, das sie vergaßen, wo sie waren. Nach dem Singen dieses Liedes, fragte der Weihnachtsmann jedes Kind nach seinem Namen und verteilte mit Unterstützung seines Wichtels die mitgebrachten Geschenke. Zum Schluss, schenkte er Fruchtsaft aus und bat die Kinder, zur Verabschiedung noch ein Lied zu singen. Dies taten sie sofort und wir traten den Rückweg aus der Siedlung an.
Den Nachmittag verbrachten wir damit einen Ofen einzukaufen. Das gestaltete sich weit aus schwieriger als gedacht. Nachdem wir endlich ein passendes Model gefunden hatten, mussten wir leider feststellen, dass dieser Ofen ca. 240 Euro kosten sollte. Die dazu benötigten Rohre seien nicht im Preis inbegriffen und konnten auch nicht von der Firma bestellt werden. Wir erklärten dem Verkäufer, dass wir uns die Sache noch einmal überlegen würden und uns dann am nächsten Tag melden würden.
Bei unserer Gastfamilie erzählten wir von unserem gescheiterten Ofenkauf. Plötzlich hellte sich die Miene unseres Gastvaters Emil auf und er meinte, er hätte eine Idee. Vor einigen Monaten sei eine Tante der Familie gestorben, die noch einen sehr funktionstüchtigen Ofen in ihrer Wohnung gehabt hatte. Hilmar und Emil fuhren sofort los, um sich den Ofen anzusehen. Sie kamen mit sehr guten Nachrichten zurück, der Ofen hatte genau die idealen Maße für die Wohnung dieser sehr armen Familie Luska.
Wir beschlossen, den Ofen gleich am nächsten Morgen einzubauen. Leider sollte sich unser Plan verschieben, denn unserem Honda riss an diesem Abend ein Gullydeckel den Auspuff weg. Emil versprach, sich gleich morgen darum zu kümmern.
29.12.04 Diesen Tag starteten wir mit einem Besuch bei der Familie Din. Wir unterstützen diese Familie schon seit langem, da sie ein kleines Mädchen hat, das an Zölliakie ( Mehlallergie ) leidet. Ohne die richtigen Nahrungsmittel (Glutenfrei) und Medikamente kann die Kleine nicht überleben. Da die Spezialnahrung sehr teuer ist, haben wir bereits ein Jahr zuvor die Kosten dafür übernommen.
Die Kleine Andreea Din hat sich von einem kleinen Mädchen, das noch vor einem Jahr so von Krankheit gezeichnet war, dass es nicht einmal sein Bett verlassen konnte, zu einer quirligen Sechsjährigen entwickelt. Im Gespräch mit der Mutter wurde deutlich, das dies kein Wunder, sondern die Folge von besserer Ernährung und Medikation ist. Wir freuen uns sehr, dass es der Kleinen so gut geht und versprechen der Mutter, sie auch weiterhin zu unterstützen.
Danach folgte ein Besuch bei Familie Constantin. Diese Familie besteht aus vier Kindern, Vater und Mutter. Der Vater leidet an einer sehr seltenen Krankheit, dem Gangrena RENO Syndrom. Bei diesem Syndrom sterben die Gliedmaßen ab und müssen schrittweise amputiert werden. Die Krankheit selbst endet tödlich. Wir unterstützen auch hier seit einigen Monaten, indem wir die Medikamente und das Verbandsmaterial bezahlen. Herr Constantin war an diesem Tag sehr verzweifelt, da er fühlt, dass er sterben muss. Wir versuchten, ihm ein wenig Kraft und Trost durch ein sehr intensives Gespräch zu vermitteln und versprachen, die Familie auch weiter zu unterstützen.
Am Nachmittag besuchten wir die Behinderteneinrichtung in Talmasch, in der jetzt auch Robert lebt. (Robert ist ein 19 Jahre alter geistig zurückgebliebener Junge den wir im Dezember 03 von der Straße geholt haben). Dort leben etwa 120 geistig und körperlich behinderte Menschen .Die Einrichtung selbst wurde von Holland erbaut und seit eine neue Leitung da ist auch eine in großen Teilen sehr gute Einrichtung. Wir verteilten an die Behinderten Schokolade, Seife und Bonbons und sie freuten sich sehr über unseren Besuch. Auch Robert ging es sehr gut. Er freute sich sehr uns zu sehen, dass er uns erst einmal ganz fest an sich drückte. Anschließend saßen wir noch eine Weile mit dem Heimleiter zusammen. Er erklärte uns, dass es sehr an Beschäftigungsmaterial für die Behinderten mangelt. Er versucht aber gerade eine Werkstatt zu bauen, in der die Behinderten dann auch arbeiten können. Wir fanden, dass es sich hier um sehr gute Ansätze handelt. Wir beschlossen dies, auf unserem nächsten Transport zu berücksichtigen und ihnen etwas mitzubringen. Natürlich war nicht alles in Talmasch nur positiv. Wir waren in einem Raum, der voller Gitterbetten stand, in denen schwer behinderte Menschen lagen. Sie wirkten auf uns sehr apathisch und wir waren entsetzt über die Stille, der sie jeden Tag ausgesetzt sind. Für diese Menschen gibt es trotz des neuen Systems in der Einrichtung noch immer keine Möglichkeit, am Leben teilnehmen zu können. Schade, na ja wieder ein Punkt an dem wir arbeiten müssen. *** Am Ende des Tages kam dann der Schock. Wir bekamen einen Brief vom Rathaus Heltau in dem uns die Zusammenarbeit im Projekt gekündigt wurde. Es gab keine Erklärung und noch nicht einmal ein Datum oder einen Termin für ein klärendes Gespräch waren im Brief enthalten. Wir brauchten alle eine Weile um diesen Rückschlag zu verkraften. Mal wieder wollte uns eine Behörde daran hindern, uns um die Kinder zu kümmern. Wir waren nur froh, während der Zusammenarbeit ein eigenes Kassenbuch gehabt zu haben und das Essen auch selbst eingekauft zu haben. Jetzt stand die Frage im Raum, was wir tun sollten. Wir dachten an die Gesichter all unserer Projektkinder und beschlossen einen Weg aus der Krise zu finden. Eugenia Czenter stellte ihre Küche zur Verfügung, um das Essen weiter kochen zu können. Wir beschlossen, das Essen eine Weile direkt zu den Kindern in die Armenviertel zu bringen und unseren Unterricht in angemieteten Schulräumen weiter zu führen. Dies sollte aber nur eine Übergangslösung sein, bis wir ein Haus gefunden haben und dieses eventuell kaufen können. Es war ein gutes Gefühl, sich den Behörden nicht einfach zu unterwerfen sondern ihnen zu zeigen, dass wir weiter für die Kinder kämpfen. Ob die Kinder satt werden, hat nämlich noch nie eine Behörde gefragt. Vielen Eltern fiel ein großer Stein vom Herzen, als sie hörten, WIR MACHEN WEITER !!!!!!!!!!
30.12.04 Diesen Tag begannen wir mit Vorbereitungen für das Kinderfest im Kinderheim Tornu Rosu. Wir kauften zunächst Süßigkeiten, Stifte, Malsachen und ein kleines Spielzeug. Den Rest des Vormittags verbrachten wir mit Besprechungen über den Aufbau unseres neuen Projektes, das am 10 .01.05 starten sollte. Wir sprachen mit unseren zwei Arbeitskräften und sie wollten sofort wieder bei uns arbeiten, da man sie im Projekt mit dem Rathaus schlecht behandelt hatte.
Mittags um ca.14:00 Uhr fuhren wir in das Kinderheim. Sofort kamen alle Kinder angestürmt. Hilmar versteckten wir in einem kleinen Nebenrau, wo er sein Kostüm anzog. Die Kinder lotsten wir in den Speisesaal und ließen sie sich hinsetzen. Wir fragten, ob denn eigentlich der Weihnachtsmann in diesem Jahr schon bei ihnen gewesen ist.. Sie antworteten mit nein. Wir schlugen ihnen vor, ein Lied für den Weihnachtsmann zu singen. Das taten sie auch sofort. Plötzlich verstummten ihre Münder. Was war das ?
Da stand tatsächlich der echte Weihnachtsmann in der Tür. Die Kinder schrieen vor Begeisterung. Er betrat den Raum und alle Kinder verstummten. Zunächst erzählte er (mit Andreeas Hilfe als Übersetzerin ) von seiner weiten Reise zu ihnen und fragte, wer besonders brav oder böse gewesen war. Dann erklärter er, er liebt jedes Kind und deshalb sollten auch alle Geschenke bekommen. Er wolle nur zuerst ein Lied hören. Die Kinder sangen aus voller Kehle ein Weihnachtslied, während Hilmar begann, die Geschenke auszuteilen. Zum Schluss sangen die Kinder noch ein Lied und Hilmar verschwand. Ich (Jenny Rasche) bat die Kinder noch ein wenig sitzen zu bleiben, und holte die große Bastelkiste herein. Inzwischen hatte sich auch Hilmar umgezogen und kam herein. Kein Kind bemerkte, das er der Weihnachtsmann gewesen war. Wir bastelten noch den ganzen Nachmittag Weihnachtsanhänger und Perlenketten für den Weihnachtsbaum. Gegen Abend verabschiedeten wir uns von den Kindern und versprachen, im März wieder zu kommen. (Dann wollen wir ein großes Spielzimmer bauen, aber davon wissen die Kinder noch nichts). Der Abschied von den Kindern fiel uns ziemlich schwer, und auf der Fahrt nach Heltau dachten wir noch lange über sie nach. An diesem Morgen war mir eine junge Frau begegnet, die eine kleine Tochter hatte. Sie sagte mir, dass sie nichts zu Essen habe. Ich hatte versprochen, am Abend noch zu ihr zu kommen .Schnell holte ich einige Lebensmittel aus dem Lager und machte mich mit meiner Freundin Andreea auf den Weg zu dieser Frau. Ihre Wohnung liegt in einem der schlimmsten Armenviertel Heltaus. Die Wohnsituation dieser Frau war in einem erbärmlichen Zustand. Sie hatte weder Wasser noch Gas, ihre kleine Tochter schaute uns mit großen, hungrigen und sehr leeren Augen an. Die Frau erklärte mir, dass sie sich gerade von Ihrem Mann getrennt hatte und vor einer Woche ihr zweites Kind im 5. Monat der Schwangerschaft verloren hatte. Ich beschloss, ihr zu helfen. Zunächst gab ich ihr die Lebensmittel und versprach, ihre kleine Tochter in das Projekt mit aufzunehmen, alles Weitere wollte ich erst mit den anderen besprechen. In Heltau brauchten wir dann wieder den ganzen Abend für die Planung unseres neuen Projektes da uns nicht viel Zeit bis zum Start blieb.
31.12.04 Endlich war unser Auto repariert. Wir beschlossen, uns als allererstes um den Ofen für Familie Luska zu kümmern. Ob man es nun glaubt oder nicht, wir brauchten einen ganzen Vormittag um den Transport des Ofens von der alten Wohnung der Tante zu dem kleinen Schuppen zu bringen, in dem Luskas wohnen.
Als wir ihn endlich dort hatten, freuten wir uns sehr, dass die Familie den Ofen zum großen Teil selbst einbauen konnte. Dies ist ein erster Schritt in Richtung eigenverantwortliches Denken und Handeln. Sie bedankten sich sehr bei uns und als sie sahen, dass wir noch Windeln und Babybrei besorgt hatten, fielen uns die Eltern um den Hals.
Es ist immer wieder schön, den Mut zu den Menschen zurückkehren zu sehen.
Als nächstes folgte ein Besuch bei der Familie Varga. Diese Familie besteht aus einer Mutter (28) und ihren vier Kindern (6, 4,3,1). Die Frau trennte sich vor gut einem Jahr von ihrem Mann. Er war Alkoholiker und verprügelte Frau und Kinder, wenn er nach Hause kam .Seitdem lebt die Frau mit ihren Kindern in Armut. Wir unterstützten sie seit sechs Monaten und durch die Mithilfe von anderen Hilfevereinen ist ihre Wohnung jetzt in einem akzeptablen Zustand. Was uns sehr große Sorgen machte, war die Gemütslage von Frau Varga. Sie war am Ende ihrer Kräfte. Mit rund zwanzig Euro pro Monat muss sie ihre Kinder großziehen. Sie sagte uns unter Tränen, das sie sich am liebsten umbringen würde.
Da sie an einer sehr starken Grippe erkrankt war, besorgten wir ihr schnell Medikamente und Lebensmittel für die Kinder, damit sie bis zum 10.01.05 durchhalten. Sie werden auf jeden Fall Projektkinder bei uns bleiben. Wir sprachen sehr lange mit ihr und gaben ihr so Lebensmut. Erst als sie wieder lächelte, verließen wir die Wohnung und veranlassten, dass sich noch mehr um sie durch unseren Partnerverein in Rumänien gekümmert werden würde. Es ist noch etwas Gutes an ihrem Fall anzumerken: Der älteste Sohn von Frau Varga wog, als wir ihn kennen lernten mit sechs Jahren nur 10 Kilo. Durch das Projekt hatte er bereits zwei Kilo zugenommen.
Als nächstes besuchten wir noch einmal die Familie, bei der wir am Abend zuvor waren. Es stellte sich heraus, dass der Vormieter die Gasrechnung nicht bezahlt hatte und die Frau jetzt deshalb kein Gas bekam. Nach langen Diskussionen besprachen wir mit ihr, dass sie noch einmal beim Gasanbieter vorsprechen sollte und wir die erste Rechnung übernehmen würden. Ihr Kind würde Projektkind werden und sie würde im Januar Farbe von uns bekommen um ihre Wohnung zu streichen. Am 26.3.05 würden wir kontrollieren, ob sich wirklich etwas an der Wohnung getan hatte und dann mit der Mutter über die Zukunft zu sprechen.
Man sollte es nicht glauben, aber diese Dinge haben tatsächlich einen ganzen Tag in Anspruch genommen. Wir feierten noch einige Stunden Sylvester und vielen dann todmüde in unsere Betten.
1.1.05 An diesem Tag fuhren wir als allererstes zu einer Familie, die wir seit rund einem Jahr unterstützen. Die Bedingung dafür war, dass der Vater sich Arbeit sucht und die Wohnung in Ordnung bringt. Heute war der Tag der Kontrolle gekommen. Wir freuten uns sehr zu sehen, dass sich die Wohnung von einem Hühnerstall in eine echte Wohnung verwandelt hatte. Wir versprachen, die drei Kinder der Familie auch weiter im Projekt zu behalten, bis die Familie ganz auf eigenen Beinen stehen kann. Sie waren ein echter Lichtblick an diesem Morgen.
Dann besuchten wir noch den Herrn Constantin um ihm ein glückliches neues Jahr zu wünschen. Er freute sich sehr über unseren Besuch. Wir verabredeten uns für den 26.3.05. Unser letzter Besuch bei Familie Draghici brachte ein Wunder mit sich. Diese Familie besteht aus einer Mutter, ihren zwei Söhnen ( 14, 16) Jahre alt und ihrer 25 jährigen Tochter Elena. Eigentlich hätte Frau Drahici vier Kinder, allerdings starb eine dreijährige Tochter durch einen Stromschlag der durch eine nicht geerdete Waschmaschine ausgelöst wurde. Der Vater der Kinder ist in Haft, da er die Mutter mit Messerstichen versucht hatte, zu töten. Als ob das alles nicht schon genug wäre, erkrankte die damals 24 jährige Tochter Elena an einem Hirntumor. Dieser wurde vor gut einem Jahr operativ entfernt. Der Staat Rumänien finanziert in einem solchen Fall zwar die Operation, aber nicht die Medikamente. Diese kosten für Elena rund 75 Euro pro Monat .Ebenso brauchte sie eine Kur mit speziellen Therapien.
Wir glaubten damals nicht wirklich an eine Besserung, um aber der Mutter ein Stück Hoffnung zu geben, finanzierten wir Monate lang Therapie und Medikamente.
Als wir Elena das letzte Mal gesehen haben, konnte sie nur im Bett liegen, nicht reden, nicht sehen oder hören. Wir kamen in die kleine Wohnung und waren fassungslos, Elena saß am Tisch, lachte uns an und sprach mit uns. In diesem Augenblick konnten wir nur noch weinen vor Freude.
Wir werden auch weiterhin die Therapie für Elena bezahlen, damit sie wieder zu der Frau werden kann, die sie einmal war.
An diesem Abend fand noch eine lange Besprechung mit unseren Helfern in Heltau statt. Wir vielen sehr müde ins Bett. Um ca. 4:00 Uhr morgens weckte uns der Wecker und wir traten den Rückweg nach Deutschland an. *** Fazit: Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist zu helfen. Es kostet unendlich viel Zeit und Nerven, aber wir werden nicht aufgeben. Das Lächeln der Kinder ist die Kraft, die uns immer wieder dazu zwingt weiter zu machen. In einem unmenschlichen System haben wir es dank der Hilfe all unserer Spender geschafft, Menschen zu bleiben. Es tut uns nicht um eine Sekunde unserer freien Zeit leid, die wir für diese Kinder geopfert haben, denn Kinder sind die Zukunft. Wir müssen es schaffen, das sie wieder Kampfgeist bekommen denn ihnen wird eines Tages diese Welt gehören.
Sicher, auf dieser Welt verhungern täglich so viele Kinder. Aber unsere Projektkinder sind ein Anfang dies zu ändern. Ein kleiner Schritt für uns Menschen, ein großer Schritte für die Menschlichkeit.
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